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Jüdische Monatshefte · 1921-01-01 · 3/4 (1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
8 (1921)
Issue
3/4 (1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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24 Zur Lage. 1. Agudas Jisroel. Zum ersten Mule seit Gründung der Agudas Jisrotl bat eine Konferenz der gewählten Vertreter der einzelnen Lar.desorganisationen, vereinigt im Zentralrat. in Wien stattgefurden. In dieser Tatsache gelangt der bedeutsame Fortschritt in der Entwicklung der Bewegung zu klarem Ausdruck. Fürderhin haftet ihr nichts Provisorisches mehr an. Sie ist ein Definitivum geworden. Der Zentralrat ist die oberste Verwaltungsbehörde der Agudas Jisroel. Nach der Kopfzahl der in den einzelnen Landesorganisationen vereinigten Mitglieder richtet sich deren Befugnis, den Zentralrat zu beschicken. Die Zusammensetzung des Zer.traliats gibt somit ein Bild von dem gesamten Kräfteverhältnis innerhalb der Aguda. Die Plenarsitzung des Zentralrats in Wien hat nun für die Exekutive eine Reihe höchst wichtiger Beschlüsse gefaCt, deren wesentlichster in der Schaffung eines dem Zentralrat verantwortlichen, die Geschäfte führenden Ausschusses besteht, dessen Mitglieder die einzelnen Geschäftszweige unter sich verteilen. Damit ist die jeder Bewegung unendlich schädliche faktische oder rechtliche, scheinbare oder wirkliche Diktatur innerhalb der Aguda ausgeschaltet. Niemand wird künftighin, mit Fug oder Unfug, behaupten können, daß die ganze ogudistischc Weltorganisation im Schreine der Brust eines Einzelnen verborgen oder geborgen sei. Es sind selbständige Verantwortlichkeiten geschaffen. Eire Fülle von Kräften wird fürder benötigt. Und wo Kräfte benötigt werden, da entstehen und da wachsen Kräfte. Von entscheidender Bedeutung wird es sein, ob der geschäftsführende Ausschuß es versteht, ohne Verzug mit energischer Hand die Zügel der Leitung an sich zu nehmen. Seine oberste und wichFgste Aufgabe scheint uns in der Errichtung einer straffen Disziplin zu liegen In mehr als einer Hinsicht scheinen uns die Wiener Beschlüsse geradezu eine Kraftprobe für die ganze Bewegung zu bedeuten. Den LandcsorganNationen und damit den einzelnen Mitgliedern werden nicht unerhebliche Geldopfer nngesonr.en Die Landesorganisationen werden den Ortsgruppen ins Bewußsein zu brirgtn haben, daß eine Welt- Organisation Geld kostet, und daß eine Ortsgruppe, die sich in finanzieller Hinsicht ihrer Pflichten nicht bewußt ist, vor dt m Prü'stein der Gesamtheit schlechterdings nicht bestehen kann Mit unnachsichtlicher Strenge wird die neue Leitung eine Gesundung der Finanzen zu erstreben haben. Selb-t auf die Gefahr hin, daß sie hie und da nochmals von vorn beginnen müßte. Die finanzielle Disziplin hat aber die geistige Disziplin zu selbstverständlicher Voraussetzung Auch hierin hat die Wiener Tagung Erhebliches geleistet Die fur.chtlmrc Gefahr di r Gegenwart ist in Wien deutlieh erkannt worden Der zionistische Ar-turm gegen die Bollwerke de•• Judentums im t Men dir zionistischen Altert itc in Ercz Jisroel haben die Verteidiger äufgirüttelt Mit naturgesctzlichei Notwendigkeit mußte die

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