Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 11/12 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Rin h *l«־s <'laluthprophrtrn J«vh1־skH. jy Das Ziel welthiftorifcher Entwicklung (16-17. 35-36. 35-39). Die Erfüllung der Menfchheitshoffnungen (35-39). Das buch Jecheskel muü im Zufammenhang mil dem Buch )irmeja gelefen werden. Jirmeja und Jecheskel waren die beiden groben Gottesmänner, die unser Volk über die fchweren letzten Jahre ftaatlicher Auflöfung und fittlichen Verfalls feiner Auferftehung entgegenzuführen hatten. Wohl ift der Schauplatz ihrer Tätigkeit ein verfchiedener. Jirmeja lebt im heiligen Land, ift Bürger des jüdifchen Staates, in den Streben JeruCchalajims und in den Räumen des Heiligtums hat er fein machtvolles Wort gefprochen. Vergebens hatte er verfucht, von feinem Volk die Kataftrophe abzuwenden, es von der Umklammerung zu befreien, in der gewiffenlofe Volksverführer es umfangen hielten. Als ihm das nicht gelungen war, hatte er felber die Hand gegen das Heiligtum und die Königsburg erhoben und hatte in der Zerftörung diefer Wahr- Zeichen eines in fein Gegenteil gekehrten religiöfen und ftaatlichen Lebens, dem jede innere Wahrhaftigkeit, jedes göttliche Gepräge abging, die einzige Rettung feines Volkes erblickt. Nach Babel hatte er gewiefen, wohin die Elite feines Volkes mi1 dem König Jechonja fchon 11 Jahre vor dem allgemeinen Zufammenbruch von dem Babylonier verfchleppt worden war, um dort feiner Verjüngung entgegenzugehen. Diefer Gola galt Jirmejas ganze Hoffnung, von dort mubte die Gefundung feines Volkes ausgehen. Wäre es nach ihm gegangen, dann hätte der verblendete Reft auf heimatlichem Boden freiwillig das Los der Brüder in der Gola auch für lieh hingenommen, und unendliches Leid wäre ihm erfpart geblieben. Es follte anders kommen, ln unfeliger Betörung glaubten lie auf heimatlichem Boden der Kataftrophe trotzen zu können und erwarteten nach der Verkündigung elender Lügenpropheten die baldige Heimkehr der Gola. Der Einfluh . diefer Männer drohte auch den Gefundungsprozeb des jüdifchen Volkes in Babel zu unterbinden. Jirmeja hatte auch nach der Gola fein Wort gerichtet (Kap. 29), dort aber war Jecheskel erftanden, um das grobe Werk der Erhebung in die Wege zu leiten. Jecheskel ergänzt lirmeja und führt das Werk feines groben Zeitgenoffen fort. Jirmeja harrt bei (einen unglücklichen Volksgenoffen in der Heimat aus und blickt leuchtenden Auges nach der Gola und verheibt die