Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 3/4 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur l-agr. Der geistige Urheber *1**א Hund»•« int die ״Freie Vereinigung“,! zu der Hieb der Bund m Keinen Statuten mit hegrüssenswerter] Offenheit bekennt. I)ie8eH Bekenntnis zur ״Freien Vereinigung“ sagt über dafj W <-8en des Bundes mehr, als lange Programmsätze »der auslttbrliebe Erläuterungen vermoebten. Denn die ״Freie Vereinigung**; ist nicht nur selber Programm, sie ist geradezu ein Stüek jüdischer i Geschichte, ein wirkender Faktor der letzten Jahrzehnte, ohne den! da8 deutsche Judentum der Gegenwart anders gedacht werden ] müsste. In dreissig Jahren voll unerhörter Schwierigkeiten und Wirr- J nisse hat der Vorsitzende der ״Freien Vereinigung“ das von Habbiner Hirsch 8. A. — seinem Vorgänger — übernommene Prinzip der Souveränität des Gottesiechtes, der Unmöglichkeit, das herrsehende Gottesrecht zu einem Parteiprogramm einer paktierenden Fraktion zu erniedrigen, mit gewissenhafter Aengstlichkeit, mit unbeugsamer Festigkeit, mit mutiger Zuversicht auf den Beistand Gottes, allen Anfeindungen und Lockungen trotzend, sieghaft vertreten. Die ״Freie Vereinigung“ erlebt heute die Genugtuung, dass dieses Prinzip, das sie als Bund der Einzelnem als Orgaui. Kation natürlicher Personen aut ihre Fahne geschrieben, uun auch von dem Buude der Gemeinden, der Organisation!uristischer Personen, die endliche Anerkennung lindet. Der neue Bund hat den Begriff der ״gese t/. estre 11 e n Oem e inden“ zur Grundlage. Darin liegt die klare uud deutliche Ab- Ichnung der neutralen Gemeinde, die sowohl der Gesetzestreue wie der Gesetzlosigkeit vertassungsmässig und institutionell in gleicher Weise Vorschub leistet. Die ״Kitualkomiuission“ einer Refuriiigemeinde kauu im Buude Aufnahme uicht bilden, denn sie ist keine jüdische Gemeinde, deren Verfassung dem überlieferten Keligionsgesetz entspricht. Dagegen bleibt der Bund natürlich keineswegs auf die sogenannten Austrittsccmeindcn beschränkt. Die Austrittsgemeindeu treten vor aller Oetlentlichkeit mit all den Eiulieitsgemeiudeii zusammen, die durch keine Kcforincu du׳ Abkehr \oii Gottes Kerbt bekundet haben. l'm dies zu *iniitnlligeni Ausdruck zu bringen, ist llulherstadt. der Silz einer hewührteu Einheitsgemeiude, zum ersten Vorort des Buudes erwählt worden.