Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 1/2 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Religionslose Kthil» ־ tt losigkeit. A hcr^-la 11b«*n und sinnlicher Roheit erhalten werden müsse.“*). David Fricdr. Strauss isi so wenig Seligheitsvcrächier, da«s er liir die .oberen Zehntausend“ ein recht einladendes Menu her- /nstellen weiss. Kr meint, dass doch der Mensch eigentlich ein ree'lit jämmerliches Geschöpf sei. .Man sieht in die ungeheure H’eltmas( Itine mit ihren eisernen gezähnten Rädern, die sich sausend umschwingen. ihren schweren Hämmern und Stumpfen, die lictüuhcnd niederfallen; in dieses ganze furchtbare (•■•triebe sieht sich der Mensch wehrlos und hilflos hineingestcllt, keinen Augenblick sicher, bei einer uiiTorsichtigcn Bewegung von einem Rade gefasst und zerrissen zu werden, von einem Hamme?zermalmt zu werden. Dieses Gefühl des Prcisgcgebcnscins ist zunächst wirk- In h ein entsetzliches. Allein was hilft es, sich darüber eine Täuschling zu maehenV l'nser Wunsch gestaltet die Welt nichf um, und unser .Verstand zeigt uns. dass sie in der Tat eine solche Maschine ist-‘. Aber 111 r die oberen Zehntausend weiss er doch einen l.ebeuswert heratiszuhringen. 1111 Genüsse des Schonen in Natur und Kunst, in den Spenden der Musen 41ml Lustgötter!indet er ..eine Anregung für (•eist und Gemüt. für Phantasie und Humor, die nichts zu wünschen übrig lässt. Den ,.Aetlier, worein unsere grossen Dichter uns erheben“ und das Meer von Harmonie, da> unsere grossen Tonsetzer um uns ergiessen. nennt er die beiden Sphären, wo jedes irdische Weh xerschweht, und sich löst und auch wie durch einen Zauber alle Flecken hinxvcggetilgt werden. »So leben wir, so wandeln wir beglückt“. —In l’aranthesc sei hier bemerkt, dass als fiir das religiöse (iemiit und fiir den Verstand des Religiösen einzig richtige Antwort auf ■las Problem der Tbeodicee sich folgender Gedankciigang empfiehlt. Ks ist unvernünftii! und ungerecht über ein grosses Kunstwerk voreilig abzuurteilen, weil das winzige Stück, das der Meister enthüllt, dem unruhigen Auge keine Refriedigiing gewährt. Wer nur auf das l inzclne, ■las erst in Verbindung mit dem (ianzen verständlich wird, seinen Hl ick bettet, wird irre am Ganzen und am Lenker ites Ganzen. C2S; אר דערלש נרן c: ,Audi den Gedanken des Weltganzen hat Gott 111 das Menschenherz gesenkt", sagt der ) Kd. Ilartinann, Das sittliche Mexxu»stsr1n S!)ל II.