Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 11/12 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4900572-5964865-5964970--2311-4902816- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
284 Schattenrisse aus <1. religiösen Leben in <!er Berliner jü«l. (Gemeinde. des Lehms ein Nichts als Stütze und Stal» in die Hand •׳ab, er• scheinen. in welchem Lichte der Rabbiner erscheinen, der um ein solches Nichts, das in meinen Augen noch weniger als eine Seifenblase bedeutet, s•• viele feierliebe, aber <1:1111111־ desto hohler klingende Worte verschwendete ׳ Sind Kriunerungcn, an denen man das ganze Leiten hindurch zehren soll, in der Tat von solcher HeschalfenheitSie. meine verehrte Frau, zeigten sieb, wie ieb ganz genau bemerkte, etwas frappiert, als ieb Sie fiir das,von Ihnen beabsichtigte Vorhalten an meine Konkurrenten wies, leb gehe in dem gebrauchten Ausdrucke keineswegs eine Kntgleisung der Zunge bloss. Sollte ick etwa RnhhinctH-wclehe die wichtigsten Angelegenheiten der Religion mit solcher jedes Verständnisses barer Leichtfertigkeit behandeln, etwa als Kollegen anseben? leb habe sie daher nur mit dem riehtigcn^NiiweiLbezeichucL^- ״Auf solch weit ausgreifende Auseinandersetzungen“ versetzte mein Itesuch ״war ich allerdings nicht vorbereitet, als ich mich zu Ihnen begab. Bevor ieb mich in ihrem Sinne entscheide, müsste ich zuvor mit meinem Manne Rücksprache nehmen.“ ,.Ich sehe Ihren Kntschliisscn gern entgegen“ — erwiderte ich. Mein Besuch empfahl sieb mit einer artigen Verbeugung und verschwand — auf Nimmerwiedersehen. Die geneigten Leser dieser Zeitschrift kennen nunmehr an einem typischen Schulbeispiel Art und (ielialt der üblichen jüdischen Krzielmng in unseren besseren Familien. Ilerangew׳aehsen, gehen diese Menschen unsere Vor- »teher und Repräsentanten alt, von denen unsere modernen Rahliiner ihre obersten Direktiven empfangen. <t. um das moderne Judentum, welch ein Raubbau, welch eine leichtfertige Verseldeuderung geistiger und moralischer Kraft wird in dir getrieben! — Fortsetzung folgt.׳ I