Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 11/12 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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I'rnucntypen. 20'» leiten — sondern von innen heran», rein :111» Dir selber, in freier Selbstbestimmung *11 individuell sittlichem Wandel führe Dich und zwar führe Dich ״vor mir“ — von nichts auf der Welt, nur von mir, Gott, lass die natürlich• Grenze Dir setzen: linde Freiheit in meiner Gesetzlichkeit! c־C." והיי — und nachdem Du in Freiheit über Dich also bestimmt, gib Dich mit Deinem ganzen Wesen an diese Bestimmung hin, entziehe ihr auch nicht ilie geringste Seite Deines Wesens, lass in ihr und durch sie alle Deine Kräfte und Strebungen zur Kutfaltting kommen — sei ganz und werde barmimisch! Das Prinzip der Selbstbestimmung — mit ihm stellt mid fallt das jiid. Gesetz als Rolches — Harmonie der Persönlichkeit nicht als luftiges, verschwommenes Ideal, sondern als festumgrenzte Forderung fordert das jiid. Gesetz — fordert es nichl nur von Abraham, sondern — תהיו C'V"“p! von jedem Kinzelnen. von jedem Mann und jeder Frau, von jedem in seiner Art, nach seiner Bestimmung. l'nd so ist es in der Tat. Die Krisen, die Irrtiimer und die Wandlungen der Frau, die wir in unseren schablonenhaften Skizzen Uur andeuten-- konnten, die sind' dar jüdischen Frau erspart geblieben — oder genauer: sie bat sic sich stets ersparen können. Ihre Geschichte nahm einen andern Verlauf. Denn zunächst ihre äussere Stellung ist im .Indcutum über allen Wandel der Zeiten hinweg festgelegt und aus ihres eigenen Wesens tiefster Tiefe, wie sie nur dem Schöpfer alles Lebendigen selbst erschlossen sein konnte, begründet worden. Im .ludentiim konnte da* natiir liehe und materielle Fbergewielit des Mannes, das die Frau aller anderen Völker?!m seiner Willkür und Gnade abhängig macht, nimmermehr die ursprüngliche und gottgewollte Gleichheit der(■!■ schlechter gefährden. Nie konnte das unwürdige Schauspiel, das Manu und Frau in der Kulturgeschichte der Jahrhunderte vor 1111 seren Augen boten und noch bieten, hei uns eine Parallele linden: nie war bei uns die Frau Sklavin des Mannes und nie erzwang, erbat, erlistete oder erbettelte sie sieb bei uns \on ihm, dem Ge-, set/.geber, ein Kecbtlein nach dem andern —sondern dasselbe Ge• setz, das die Frau bindet, bindet bei uns am 11 den Mann, es steht über beiden und wendet sieb au beide — weder er. noch sie