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Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 11/12 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
11/12 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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262 Frauentypen. Wurzel des Heidontuni« war vom fernen palästinensischen C.otteHhaume ein winziger Same gefallen, hatte tief unter <ier Krtle, von dm Katakomlien Horns licr in wiihlemler Maulwurfsarbeit siel! immer breitere (Irundvestcn \oeschalfen — Sehritt fiir Sehritt, langsam, doch sicher voniringemi, ist ■las (’hristentmn von Sieg zu Sieg gegangen, hat an derselben Ställe, wo einst Jupiter C'apitolinns die Welt.zu seinen Füssen erzittern sah. seinen Statthalter (iotteH auf Krdcn mit der päpstlichen Tiara gekrönt - und wo einst der Venustempel ngte und Miiniier und Frauen zu freiem Sinnengenusse euilud, da liegen auf klösterlichen Steiutliessen Scharen von abgezehrten Meiisehen auf den Knien, und es flehen die Miiniier zur himmlischen Jungfrau, die Frauen zum himmlischen Bräutigam um Kraft und Beistand gegen die Anfechtungen des Fleisches. Was war geschehen? I>as Christentum hat mit Feuer und Sehwrrf Krtropa—steh—unterworfen und an Stelle der alten, neue Ideale gesetzt. Au Stelle der heidnischen, allzuuiensehliclien (iottheiten, die nur Fine Sünde kannten: den Frevel gegen die eigene Natur, tritt hoch über allen Himmeln thronend Hin Kinzigcr (iott, der in dies irdische Jammertal einen Menschen gesetzt hat, dessen Trielt von Natur sündig ist, der Vergehens versucht, seiner eigenen Natu? zu entrinnen und zu (töTT zfl~geläügeti'*— ״Rvfie Fleisoii'T schreit es durch das ganze Mittelalter, Herr, erbarme dich, denn sündig sind wir, sündig jede Kegung unseres Herzens, jeder Atemzug unserer Brust von Jugend an wo immer wir schreiten, straucheln wir, wohin wir Micken, hegehren wir, und wer ist h, der uns versucht? Töten wir sie ah, Natur, die grosse Teufelin, denn siehe keine Bettung gieht's vor der Sünde, wenn die Natur uns einmal packt — »wer nur ein Weih ansieht, ihrer zu hegehren, hat sclnm mit ihr die Flic gebrochen" — wahrlich das Weil! ist ein Werk des Teufels, ist Salamis selber, der uns versucht — liehe dich hinweg! — So denkt das mittelalterliche Christentum vom Weihe, l’ud es schafft sich das Ideal eines Mannes, der, fern von der Frau, fern von allem weltlichen Hasten und Treiben, in Hcinheit und kcipwhbcit dem allciuigt n Hienstc (iotJcs sich weiht, betend, fastend mol sich kasteicml. I 11 «1 es schafft sich das Ideal eines Weilics. das zwar Mutter gewesen, aber aut wunderbare

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