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Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 1/2 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
1/2 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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.)2 l 'lirr <l! n Stand des r<׳h|fi>>?»<׳n Lebens in <lt־r Berliner jüd. Gemeinde. habe. AI* ich di!• nachstehcml•׳ Arbeit in der Sitzung Antang* April zur Ver-!«*Kiinc brachte, wumI!■ dieselbe als .ungeeignet' abgclclmt. Vom Vorstände w urde vielmehr!In■ \'«-r<<tT*‘11tli>-lmn*r einer andern .gieigncten* Selirift anfangs iti Ansicht g1׳nomu1*n. späterhin jedoch aneli diese Absicht fidlen gelassen, *t.itjr dessen ein Wahlkompromiss mit den lilieralt-n zum Abschluss gebracht, liei dem es als genügende ־sulme t'ur den .Verein zur Erhaltung iles iilierlieferten Judentum** erschien, wenn er statt seiner bisherigen drei Veitreter iu Zukunft deren iwu in der Uepräseiitnii( haben sollte Es ist nicht dessen Verdienst, dass er die geplante Ahsieht einer Snhye' nichj _ ztir -Ausführung bringen konnte, da die einige Tage vor dem angesetzlen Wahltermiu erfolgte Kexolution d׳-n ganzen Aulbau der lieineinde tiher den Haufen wart'. Da die l.nge der sogen.’ (■eun indeoitodoxen u di!■ Kiohtiing ihrer Vertretung mutatis luuterdis uherall dieselhe fsl, hraucheu wir die Frage keineswegs zu scheuen, oh wir vom >findpui.Lie des Judentums es wirklich zu ticklagen lialien, dass eine t iemeindeverfassiing, in welcher eine derart schwiile sittliche Atmosphäre herrschte, ui den Kcvolutionssturnien zusammenhr.tch. Seit einer Beihe von Jahrzehnten steuert tlic Verwaltung der jiid. < ii iiiciiide eine Fahrt. die dazu ungetan erscheint, alle für tla* .1 ud 1■ nt tun liegeisterten ller/.t‘n mit schweren Sorgen und tiefem Ktimnier zu erfüllen. Diese L'tnstäiide Italien nicht verfehlt, heftige und /.umeilen geradezu erbitterte Kample hei den Krgütrztttigswahlcn in die liepräsentanten\ersatniulung heraulz.uheschwörcn. Zu einer einmütigen Krhehung der überwiegenden Mehrheit der (ietueinde. um eine Verwaltung die dem Judentum nur Schaden und Verderben brachte, zu stürzen, und an deren Stelle Männer zu setzen, die ihrer Aufgabe nach jeder Kichtung hin gewachsen sind. — Ita/.u kam es nicht Mtdir als alles andere war fiir diesen Umstund tlie traurige Tatsache verhängnisvoll, dass die Kenntnis des Judentums, seiner Lehre und Erfordernisse in unserer <ietueinde in vollstiindigen Verfall, geriet, wie er in der jiid. (leschichte ohne Beispiel da-teht. Seitdem das Judentum in der Diaspora lebt, hat es nie einen Vorstand einer jiid Gemeinde gegeben, dem so reiche maferielle Mittel zu 1 leimte standen wie diesem, aber niemals bat ein Vorstand gleich diesem he! all den verliighurcn Mitteln lür das Judentum nur Niedergang und Aiillosiing zu erreichen vermocht. Bei einer solchen Lage konnte es dem \ erstände nicht schwer lallen, die \o|lig haltlose Fiktion aufrecht zu halten, als ob es im Judentum verschiedene religiöse Kichtuugcii überhaupt nicht gäbe. Von hier all« 1't der Weg zu der andern Fiktion, dass die vom Vorstände gesteiiei 11' Biciitung eben da« Judentum wäre, gar nicht weit.

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