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Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 1/2 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
1/2 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Religionslos(‘ Ethik - JI l’uziihlige Forscher haben .sieb Itentülit. die Kluft zwischen Durvviiiisnin.s und Sittlichkeit, wie wir es verstehen, zu Überbrüchen, es ist ihnen nicht gelungen. Entwieklungssiltlich und menschlichsittlich sind nnausgleielibarc Dcgciisiitze hört steht «las fiesetz der Auslese iils allgemein verbindliche Formel des uatnrgcmiisscn Lebens. daher mit <lem \us|1ruehe .ml eine ganz uneingeschränkte fieltuti^r tiir die Menschheit aller Zeiten; -- und das bedeutet die unbarmherzige Niedcri ingung aller Schwachen, die Ausrottung aller tieliihle wie Mitleid oder Mülle der Starken zur Erhaltung der Schwachen — hier ein Oesctz. dieihm Einhalt gebietet. Der darwiiiistiMbe Sitteiilehrer betindet sich 111 der Zwangslage, die Menschheit entweder zum Kampfe gegen das grosse Naturgesetz der Entwicklung oder zur Auflehnung gegen das Naturgesetz der Sittlichkeit aiill’ordern zu müssen. Trotz aller w issciisrlialtlicheu Verkleidung und spitzfindigen Klügelei gibt es hier kein Entrinnen. Entweder muss diese Kehre beim sittlichen Leben halt machen oder sie kann nicht haltmaehen vor dem Finsturze der sittlichen Ordnung. Es ist damit nicht gesagt, dass alle Itckciincr der darwinischeu Lehr•• eines aufrichtigen Mitgefühls und Wohlwollens bar und ledig sind. Die Menschen sind eben besser als ihre Lebens aus» hauung. Sie •/.ehren von Schätzen der Vergangenheit, die ja .sicherlich xoii den Siitlicliheitsprinzipien der religiösen Moral diirclitriinkt ist. 1 nscrc Deluhlc (■edunken und unser ganzen Leben sind so sehr von der Religion beeinflusst, dass wir »ebliesslieh diese religiöse Moral als ererbte lo-liihle in uns haben. Wenn sieh daher diese Denker tijr die Sittlichkeit entscheiden, so tun sie es nicht jals Folge ihrer entw ickliingsgesi hicbtln hen Lebens au-chnnnng somlemtmu dieser ihrer Lebon>at1selt:t(1ung Einer der ältesten Darwinisten. Tlioni. Ilu\lc\. der *i! h ebenfalls 1111 die alte Sittlichkeit im Leben entscheidet, hat ganz orten den Widerstreit zwischen Sittlichkeit und Kus.ciilortselmfl zugegeben. .Sozialer Fortschritt bedeutet Aii'scrkralNctzcn de« Naturwaltens und Diiluteiiisetz.en von etwas anderem, das man das «!tt liebe Malten nennen kann. Dc»*rn Kndergebni» 1«t al1״ uiebt das leberleben derer, die b1n«1eblli<׳l1 dei <icsnmt»11m1nc der gerade

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