Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 10/11 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Von der I*rt*־K*‘ *I«‘* jüdischen Nntionnlgi-lühls. 293 unüberworfen mit Speis. Selbst dem Brätigam am freudigen Tage der Hochzeit werde Asche auf die Stirne gestreut, oder sonst /eichen der Trauer heaebtet, als Glas /.erbrechen usw. Sebmiteken aieli Jissrnels Jungfrauen und Frauen, unvollendet bleibe ihr Schmuck, etwas müsse ihm fehlen. Ordnest <111 Tisch zum (last, mahl, au einer Stelle lasse es aut Nötigen fehlen. Auch Freudengesiinge und Musikergötzungeu, als Genusszugahe znm Lebensgeniiss, seien beschränkt in Jaakauws Häusern‘ (Horeb § 243). l ud als wollte es den Sinn seiner Anordnungen noch einmal in einen! kurzen Satze /.usammenlasaen, klingt dieses »tiO. Onteh- Chajim-Kapitcl in die ernste Mahnung aus: אשור ״1ארס ש'שלא ס״י צחוק בעילש הזה•, es ist^ verboten, in dieser Zeitlichkeit übermässiger Freude sich hinzugeben. Kitt Stück der Tischnhcuw-Stimmung soll ^ins «lureli da? ganze Jahr, durch das ganze Lebert begleiten. Wie die Zionisten über diese Vorschriften hetrefts l'tlcge des jüdischen Xatiunalgoliihls denken, darüber liegt uns im Augenblick nur hinsichtlich der Musikergötzungen ein dokumentarisches Heweismittcl vor. In seiner Sclbsthiographie erzählt der Heiland der zionistischen Bewegung, Theodor Herzl, die Knistebungsgeschichte seines Buche! ״Der Judenstaatu. Da heisst es tt. a.: ״Ich erinnere mich nicht, je elwas in so erhabener (■emütsstinimung wie tlieaes Buch geschrieben zu Ipilicn Heine sagt, dass er die Schwingen eines Adlers über seinem Haupte rauschen hörte, als er gewisse Verse niederschrieb. Ich glaubte auch an so etwas wie ein Kansehen älter meinem Haupte, als ich dieses Buch schrieb. Ich arbeitete an ihm täglich, bis ich ganz erschöpft war; meine einzige Krlmlung bestand darin, dass ich Wagnerselicr Musik zuhörte, bcsonders dem Tannhäuser, eine Oper, welche ich so oft hörte, als sie gegeben wurde. Nur an den Abenden, wo keine Oper aufgeführt wurde, fühlte ich Zweifel au der Nichtigkeit meiner Oedanken". Diese Mitteilung ist für das Wesen dos zionistischen N’ationalgefiihls sehr charakteristisch. Während das jüdische Keligionsgesetz von einer Kinsehränkung der Musikergötzungeu eine Be festigung und Vertiefung des jüdischen NatioualgefüliD sich erwartet, stellt der Zionismus dieser Anschauung von den Beziehuugen zwischen Musik um! Nationalgetuhl fremd und Verständnis-