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Jüdische Monatshefte · 1918-01-01 · 9 (1918) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
5 (1918)
Issue
9 (1918)
Date
1918-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Voa lieben •Gott IM fccnaehea ■ehr 41■ vor Gott, ja, •ie decken gar nicht an Gott, denn sonst würden sie mit Jirmeja 23, 24 sprechen : ״Sollte je• mand ■ich ao heimlich verbergen können, dass ich ihn nicht sähe, spricht Gott; bin ich es nicht, der Bimmel nnd Erde füllt, spricht Gott!" Oder mit Hiob (34, 21): ״Denn seine Augen sind auf die Wege des lensehen. gerichtet, und alle Beine Schritte sieht er. Ka Jgiebt keine Finsternis, kein Todesdankel;'wo sich die Übel- Inter verbergen könnten“. Mit Gottee Allgegenwart hingt Gottes Allwissenheit zusammen. Auch in unserem Gedankenkreis ist Gott gegenwärtig. Ihm sind alle Vorgänge unserer inneren ■0 gut wie die der äusseren Welt bekannt. Wir können nichts denken, ohne das Gott um unsere Gedanken wüsste, deren tiefster Keimgrund offen vor Gottes Augen liegt. Daher durchschaut Gott jede Heuchelei, mit der wir nur •ntere lieben Nebenmenschen foppen können׳ Wie viele giebt ’s, die am Ausgang des Versöhpungatages äusaerlich 80 tun, als ob •ie innerlich von den Schauern der letzten Schemaus-Akkorde des Neilah-Gottesdienatea ergriffen wären und es ist in Wirklichkeit gar nicht wahr, sie tun nur ae, weil sie ihrem Synagogennachbar weissmachen wollen, wie orthodox sie sind, dann mag ihre Schau- ■pielkunst bei dem einfältigen Meuschenkinde, das neben ihnen steht, verfangen, der liebe Gott, der hinter die Kulissen ihrer Seele schaut, weis■ gans genau, dass die Gehobenbeit ihrer Stimmung nur mit der Aussicht auf die nun bald bevorstehenden Genüsse des — Anbeissens ausammenbängt. Gott betrügen sie nicht. ״Gott, da erforschest mich nnd weiast; du kennst mein Sitzen und mein Aufatehen, verstehst meine Gedanken aus der Ferne; mein Geben und mein Liegen hast du nach der Spanne abgemessen und bist vertraut mit allen meinen Wegen. Noch ist ein Wort nicht auf meiner Zunge, siebe, Gott, du weisst es ganz“ (Pa. 139, 1 ff.). Nicht ■n verwechseln mit Gottef Allwissenheit ist seine All- Weisheit. Von Gottes Allweisheit ist nur der durchdrungen, der wirklich alles Geschehene und Geschehende als Ausfluss einer göttliehen Weisheitsfüguog anerkennt, auch wenu er selbst nur koplschüttelnd fragen möchte; Wozu und Warum. Wer dagegen in den dunkeln Stunden der Weltkriegszait sich, angewidert durch

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