Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 7/8 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Einheit des Judentums. aOh Sollen«, indem sie den grossen Judentag, der unter Blitz und Donner am Sinai tagte, verleugnen, und die freiwillig in den Reformgemeindeu verbleibenden ״Konservativen" stellen sie, bewusst oder nicht bewusst, in Frage, indem sie neben dem Altar des sein Recht mit Ausschliessliehkeit fordernden Gottes Israels den Altar des Baal dulden und durch ihre Duldung, bewusst oder nicht bowusst, stützen. Nicht von den neologeu und den zionistischen Juden ״scparirt" sich die Orthodoxie. Das kann sie gar nicht. Denn die Seinseinbeit aller Juden ist unzerstörbar. Aber von der organisierten Neologie oder dem organisierten Zionismus, vou den Organisationen also, hält sie sich fern, denn diese Organisationen haben sich von der Sollenseinheit des Judentums ihrerseits — 8epariert. Zionismus und Neologie sind die wahren und einzigen ״Separatisten“. Die Orthodoxie ist es, die ihnen gegenüber die F.inheit des Judentums verficht, und zwar jene Einheit, die allein gefährdet ist, weil sie allein nicht gegeben, sondern aufgegebcu, nicht Wirklichkeit, sondern Ideal ist, das Ideal der in Gehorsam zu Gottes Willen geeinter jüdischen Nation. Am Sinai einst war's Wirklichkeit. Seitdem nicht wieder in Israels ganzer Geschichte. Das Schicksal Israels ist das gleiche wie Gottes Schicksal. Die Seinseinheit Gottes ist Tatsache; sie besteht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Aber die Einheit des ״Namens" Gottes, die Einheit der Mannigfaltigkeit der Äusserungen Gottes ist eine Aufgabe, die in der Geschichte erst gelöst werden muss. Die Sollenseinheit Gottes und die Sollenseinheit Israels bedingen sich gegenseitig. Wenn einst die im Gehorsam zu Gott geeinte jüdische Nation auf dem Berge des Hauses Gottes weilt und zu ihm hin die Nationen strömen, wird nicht nur Gott, sondern auch der Name Gottes einiig sein