Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 7/8 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4900572-5964862-5964955--1848-4902363- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
903 { Hungerjahre. der ihm nuu vuu der Stirne rinnt, adelt ihn, denn als Gesättigter müht er sich am die Befriedigung seine» kör|x־rlichen Hungers. Wen die Entsagung der Hungeriahrc so weit gefördert, den halten sie erzogen und machen ihn würdig, aus Gotte* Hand das sättigende Brot zu empfangen Menschen sind schuld, wenn sie hungern. Eine turchthare Schuld, Schmach ruht auf der Welt, wenu der Hunger auf ihr lastet ,leche». 36, 301. Sehen wir zu, dass wir sie unseren Kindern gegenüber nicht noch vergrössern. Ein tiefes Weisheitswort B. Kahlia 25 verzeichne! die Hungerjahre, die seit der Zeit, da Menschen ihr Paradies emgebünst, über die Menschheit gekommen sind, und die unsere < iottcshUeher iu ihren Blättern verewigt haben. Wir haben diesen Hungerjahreii unendlich viel zu verdanken. Sie halien in dem Lehen der Väter als immer wiederkchrende Prüfangen sie zu Verkündern uuserer ewigen Lebeuswahrheiten erzogen. Sie haben unserer Volksentstehung wunderbare Wege gewieseu. Und wer weiss, was in den späteren Jahren des Verfalls aus uns geworden wäre, wenn sie uns nicht in ihrer periodischen Wiederkehr an die ״Schmach“ erinnert hätten, mit der wir diese Mahnung unseres göttlichen Erziehers zu fragen hätten. Die Hungerjabre, die wir iu unserer traurigen Gegenwart erleben, werden einst, so meinen die Weisen das ), von Huugerjahren abgelöst werden, die Gott der Welt senden wird, in denen ״nicht Hunger nach Brot, nicht Durst nach Wasser“, sondern die Sehnsucht ״Gottes Wort zu vernehmen" (Arnos 81 die W_clt verzehren wird. Tragen wir Sorge, dass wir nicht schuld daran »iud, wenn unsere Kinder in diesen Hungerjahreii so gesättigt werden, dass sie in den kommenden Hungerjahren keinen Hunger mehr verspüren. J. Br f ״1