Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 3/4 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Auch eine fnüudlivbr Lehre von Hott'/ n l’nfasabarkeit ihm entgegentreten. Ha»* m■״ mihi vor den Wandern erbebe, die «ich in der Triebkraft der kleinsten Pflanze ihm offen• baren und er nur in fassungslosem KrHchnuem zu den Mysterien emportitreke, die ihn ־remr ־wrHenheaäten Himmel grüaseu. Ka fordert ihn auf, dass er über die Kätsel seines!,ebene liaehdenke, das doch nur eiu Tro|1fen iat iu dem unheimlieh wogeuden Kätseluieer Lf!er Menaeliengeacbiebte, iiihI treut aich, wenu mit jedem Sehritt, den erwaeheudea Hewueataein und reitende Krkeuutnis ina Lebeu setzt, immer atürmiaeher und leidenaehuttlieber die Frage naeh dem Woher und dem Wozu aein ganzea Bewuaatsein erfüllt, und aieht den Augenbliek kommen, da er, uuter der erdrüekenden Last der Lebenarätsel ei liegend, mit verzehrender Sehnsucht uueh dem atarkeu Führerarm auaaehaut, der ihn aua der Lebeuanot, der er vergebens zu enttiieben atrebt, zu erlöaen ima tan de wäre.) Wohl taateu aieh um ihn Millionen durchs Leben — von den Zahllosen nicht zu sprechen, die durchs Leben dämmern oder durchs Leben tauulelu — als Jude geboren sein heisst aber: von seinen Litern nicht ina Lehen gesetzt worden aein mit dem recht zweifelhaften Lebeuaungehiude, sich selber durchs!,eben tinden und sieh denen anachlieaaen zu müssen, die aich durchs Leben tasten, und die in ihrer Blindheit aut die Führung von Menachen aich augewieaen sehen, die aieh angeblich geringerer Blindheit rühmen; als Jude geboren sein heisst: eine mehrere Tauaeud Jahre alte Lehcnsanwcisung in die Wiege gelegt erhaltcn. deren Anspruch, gehört zu werden, nicht aut ihrem Alter beruht, solidem weil sie sich rühmen kauu, Tausenden von tJeachlerlitern Leuchte irlid Kraftquell gewesen zu aein; dereu Auspruch, von jedem jüdischen Volksgenossen erlebt zu werden, in der Bürgschaft bestellt, mit der die ununterbrochene (icachlerhtsreihe der Vergangenheit tüi ihre Wahrheit ciutritt. sowie in der nicht durebzudenkenden Verantwortungsschwere, die der Jude auf aieh nimmt, der den grässlichen Mut besitzt, diese Lebeusanweiauug für sieh und damit vielleicht für die ganze von ihm uhstammendc Zukunft abzulehnen