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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 12 (1917) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
12 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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:i$'J C^tnc Mehl keine Thora! wirrung brach.Wies er in sarkastischen Worten dem Geldbeut«•! eine selbst• das Centralorgan des Herzens beherrsehende Stellung im!.eben zu. Was ist der Mensch ohne Herz, was ist das Herz ohne Geld? Man muss schon ein Mensch wie R Jochanan sein, um die (jual der Armut in ihrer ganzen Listigkeit zu cm■!»finden. Wenn ein gewöhnlicher Kaufmann Geldsorgen hat, dann leidet sein Geschäft, wenn ein Mann wie R. Jochanan Geldsorgen hat, dann leidet die Thora. Wenn R Jochanan immerfort an seinen verlorenen Geldbeutel denken muss, dann kann er nicht lernen nnd lehren, dann hüllt er sich in ein missmutiges und verwirrtes Schweigen, das er nur mit einer spöttischen IMrachtung über die durch das Geld regierte Welt unterbricht. Männer wie R. Jochanan waren schon vor tausend Jahren rar. Damit wollen wir von vornherein dem Kinwand begegnen, dass eine l'bertragung von Dingen, die uns von R. Jochanan erzählt werden, auf Thoraweisen unserer Zeit nicht angängig sei. Sicherlich ist nicht jeder Rabbiner ein verkappter R. Jochanan Aber di«* l’nmöglichkeit. wenn Geldsorgen da's Gemüt bedrücken, mit der nötigen Klarheit und Heiterkeit des Geistes in den Hallen der Thora sich zu bewegen, darin unterscheiden sich unsere heutigen Rahbinen von den Weisen des Talmuds nicht im geringsten. Auch heut«• mus' die Thora im Sinne des bekannten Ausspruchs in den Sprüchen der Väter ein Bündnis mit dem ״Mehl«•" schliessen. w«־nn sie si< h in di«־s«*r vom Gelde b«•- herrschten W«־lt als eine Gmssmarhl behaupten will. Ja, in unsern lagen, wo ein Hundertmarkschein so viel wert ist. wie!zwanzig Mark in der Friedenszeit. würde R. Jochanan nicht blos zeitweilig seinen Knpt vrrtirrniT 7t käme sich her dieser von Tag zu lag zunehmenden T<*uerung aller zum l.«־b«־n notwendigen Ding«• vor, wie wenn ihn jeden Tag eine Schar von Räubern überfirle.• um־ihm ׳von ־seinen sauer ersparten Groschen d«־n ein« n nach dem andern zu ent reissen. Di«‘s«‘s langsam«• wirtschaftliche Sinken «!«•r Fest•

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