Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 10 (1917) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
10 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4900572-5964860-5964945--1579-4902100
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

t» Die heilige Zahl. 2« eben. Du lieber Himmel! Man hat ja alle seine Kinder lieb. Aber ein Bub bleibt halt doch ein Bub. Trotz Frauenemanzipation Und nun war er da, der so lang ersehnte Bub. War das eine Freud im Hause des Herrn Levy! Statt Karten! Die glückliche Geburt eines strammen Burschen zeigen hoch erfreut an ... . Alles lacht überden ,strammen Burschen"; indessen verzeiht man dem glücklichen Vater die geschmacklose Wendung. Herr Levy ist ganz aus dem Häuschen. Obwohl er die Zeitungsannonce ausdrücklich ״statt Karten" einrücken liess, teilt er dennoch das glückliche Ereignis allen Freunden und Bekannten schriftlich oder mündlich mit. Jeder soll ’s wissen. Und nun bestellt er den Konditor und Mohel Den Konditor für den ,Socher", den Mohel für die ,Bris Miloh". Zum ״Socher* wird die ganze Gemeinde geladen. Und man kommt. In hellen Scharen. Es giebt in jeder Gemeinde ״Socher״Spezialisten: die genau wissen, wann sie kommen, jedoch keine Ahnung haben, wann sie Weggehen sollen. Herr Levy springt von einem zum andern. Jeden muntert er auf, zuzugreifen. Er ist wirklich hochbeglückt. Von Zeit zu Zeit verschwindet er, um nach Frau und Kind zu schauen. Wie ahnungslos der Bub in seinem Bettchen liegt. Er weiss nicht, was ihm bevorsteht. Sein Papa hat Mitleid mit ihm. Und wenn sie ihn dann hineintragen zu seinem ersten schweren heiligen Gang, zur Miloh, da wird Mama weinen. Er ist ja doch noch so klein und zart. Und es muss doch schon geschehen, das Schwere, das Heilige, das Schmerzliche. Genau wenn 7 Tage vorbei sind, am 8. Tage. Keinem füllt es ein, die Miloh auf später zu verschieben. So ein ״strammer Bursche'" braucht für die Miloh . nur 8 Tage alt zu sein. Und mit keiner Wimper zucken Herr und Frau Levy, als die 7 Tage vorbei sind und für ihren Bub der Tag der Miloh kommt. (»Hassen nehmen sie die Pedanterie des Gesetzgebers hin. Ja, ein heiliges Feuer schlägt aus der Stimme d! s Herrn Levy, als er nach voll-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.