Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 8 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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234 Taschlich, Onnau unil ־ו־«1י Weichsel icliginuspsyeliolugtsch ganz’ anderswo *11 suchen ist, als in den Kors. hungsergi Imissen S. K. Hirsch*,!1 ie ja niemals religiöses!.eben Mcl1:ttf•-■! «ollen, sondern dieses l.ehen voruussetzim und seine Kleiuente als Hausteine /u einem gedanklichen System ziisanummlügen, ob mit einem Worte der populäre Gcinittsivert des Tusehlichuiucla-us nieht in der Praxis *einen gedanklieheu Inlialt ilherwicgt dis «ill uns bei allem Kesp'kt vor tiefgründigen religions[d1iloso|1lusel1ettl{aisonu>-men(s doeli rocli sehr erwägenswert erscheinen׳ Küelier und Miuhngim haben ihre Schieksale. Wie es lliieher git'ht, die, von tüehtigim Autoren verlasst, unbeachtet und nur wenig oder gar!lieht gekauft, heim l'mchliandler lagen! und modern, während ander!•, minderwertige, doch unter einem glücklicheren Stern geboren, sich;1111• ller..eu erobern, so gieht es auch Minhagim, 1. 0.!las Abschlagen <ler Weiilen am lloschano Hahho, die, mit ihrcmUrsprungJn .die. Zeit. der Propheten J zuritckieiebend, gleichwohl׳ in manchen livmeindeu eine ganze Leidensgeschichte dureluuacheu mussten, um •ich als fester!{rauch ilurchzinjctzen, wahrend andere, z. H, das Tas dilichmachvn, die erst vom *"כז־י־י■ V(,m ייצ^״רי v,"1בייט ״' erwähnt werden, ilie Gemüter jin Kluge gewannen. Wie lod liiiclicrn hängt das Schicksal eines Minhag auch von seim-r ganzen Aufmachung ah. Nicht auf sein Alter, nicht auf die Art und Weise seine* l’rsprungs, vielmehr dnraiit kommt es an, ob du1 oft sehr dachen Neigungen der jüdischen Volksseele, so wie sie wirklich ist, mit ihm sympathisieren oder nicht. Wer möchte leugnen, dass eine licilie von glückliehen äusseren l'iiiständen, die mit dem Wesen dieses .Minhaggar nichts zu tun haben, /usaminenwirken, um!las Taseldichmaeheii an einem von strahlendsr Herbstsonne beschienenen Kausch llaschonoh-Nachmittag aus einer ercstei! religiösen Handlung beinahe in ein harmloses Vergnügen zu verwandeln Nach dem lungeii ViirmittagsgottesilienM im weisscu Sterhekleid ein Nachmittngs*|1aziergang zu ihm l'fern des Mains — wir wären keine Menschen mit irdischen Ul.un 11 •!»<•■Trieben, wenn wir den Stimmungswechsel, der sich hierbei unwillkürlich vollzieht, nicht als eine höchst willkommene lierejclierung unseres gottesdienstlichen Neujahrslcstprugramnis!׳inpländen. Viel trägt zur Popularität des Taseldielmiaehons uueli die Kürze der hierbei zu verrichtenden \ndaeh1 hei. Ks gehört mit zu!len Kigentumliehkeiten der indischen Orthodoxie,!lass sie hei aller Strenge, mit welcher sie an l'orni und Inhalt der überlieferten Gebete festhält, mit inniger l'remle es hcgriis-l, wenn!lax lieliginnsgesrt/ eine Abkürzung!1er (iehets.indaeht erlaubt. Wer hätte je einem ןקי־,ן gezürnt, wenn er durrh seine Anwesenheit im Gotteshausc da* Ausfallen von |ר;דן;י und lang 3ר־'א יחי ermöglichte! I’nser!• christlichen Mithürg!'r tragen au einem ihrer hohen Feiertage ihre Andacht auf dfc Strasse hinaus, ruter-illockengeläut, und lautsi'liallemlen Gesängen bewegt sich di« Prozession durch die Strassen. Wir halten im Collis nichts, was sich damit vergleichen liesse. Has Taschlieluraehen wird als Prix atandarlit geübt I nter ihm heutigen Verhältnissen, die uns eine ständige Küeksb'htuahiuc auf die Meinungen und Gefühle der l'mwell li'irm•