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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 7 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
7 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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306 Schilos l'ntergang. sie ein — übermächtig packt sie das Weh, sie bricht zusaramcn und schenkt sterbend ihiem Kind das Leben. Der Tod umflort schon ihren Bück, tröstend versucht ihre Umgebung auf die Unglückliche einzusprechen, sie aber antwortet nicht und wendet den Worten ihren Sinn nicht zu (20) — hat alter noch Kraft, ihrem Kind den Namen zu geben: »die Ehre dahin“, ״geschwunden ist Israels Ehre“ und denkt dabei »der geschwundenen Bundeslade, ihres Schwiegervaters, ihres Mannes" (21). — Doch nein. Sterbend stammelt sie: ״Geschwunden ist Israels Ehre, denn genommen ist die Lade Gottes“ 22■. Ihre letzte Klage, ihr letzter Seufzer galt nicht dem Vater, nicht dem Mann, galt dem zusammengebrochenen Heiligtum in Schilo. — So starb eine grosse, starke jüdische Mutter, die Sehilos Heiligtum begriffen. Assaf aber greift zur Leier und hat in seinem Klagelied diese Szene verewigt: ״Sein l'nüberwindliclies gab Gott der Gefangenschaft preis und seine Herrlichkeit der Gewalt der Feinde — seine Priester fielen durch• Schwert, und seine Witwen weinen nicht" 1Ps. das•), denn die Träne 'der Witwe galt nicht dem Mannn כי קח ארין אי1קים": der* Untergang ihres Lebensheiligtums war ihr letzter, grösster Schmerz. Doch nicht וארון אלקיס :לקחה y, 17 weiblich!), wie die ־ Kunde zu Elis Ohr gedrungen, sondern כי :לקח ארון אלקים (V. 22 männlich!): um da^ Schicksal der Gotteslade war ihr nicht bange, ייהן 4שבי עיזי Ps. das., uI) auch in Feindeshand erwies sie sieh in ihrer Unüberwindlichkeit, aber dass sie den Aufenthalt beim Feinde Schilo vorgezogen, war ihr letzter Seufzer: auch tn Israels Mitte war die Gotteslade in Feindesmitte. — Israel hatte Schilo nicht verstanden. Die Bundeslade trat wieder ihre Wanderschaft an und harrte des Augenblicks, da Israel von neuem Sehnsucht nach seinem verlorenen Paradies empfand. — Wer aber begreift nicht den Schmerz, der Jirmejahus Brust zerwühlen musste, als er Jerusehalaims Heiligtum, das dem Heiligtum Sehilos als das ewige hätte folgen sollen,

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