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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 7 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
7 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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204 Schilos l’ntergang. von Bethel nach Srhcchem führt, im Süden des Libanon“ (2t, 19;! Hört ihr nicht den jammervollen Vorwurf heraus: in den Tagen von I’ilegesch Begibea ist Schilo vergessen, muss seine Lage geographisch entdeckt werden! Unübertrefflich, aber auch erschütternd vermag der Gottesgriffel des Chronisten zu zeichnen. - Eldtich "“halle es sich ein jeder jüdische Vater versagt, nach der I’ilegeschtat dem binjamitischen Stamm, der es gewagt, jüdische Sittlichkeit zu schünden, aus freien Stücken seine Tochter zur Frau zu geben. Die Heiligkeit des Eides durfte nicht verletzt werden. Einem Teil des Stammes konnte geholfen werden, doch nicht allen. Da bot sich ein, Ausweg. Unser Herz hebt sich in Freude. Wir haben Schilo gefunden. Stimmt'ngewoge־ dringt an unser Ohr. Schilo ist nicht verlassen. Schilos Töchter begehen ״das Gottesfest in Schilo von Jahr zu Jahr", ihr ״Reigentanz führt sie zu den Weinbergen hinaus“ V. 19—21). — Ist der Gedanke zu kühn, in diesem Bericht den Vorgang wiederzulinden, den die MisChna ’ (Tanith K. 4) so unvergleichlich schön uns schildert, da am Jom KippurimJ Jeruschalaims Töchter im Reigentanz in die Weinberge zogen, an dem Tage, da sie Gott von neuem gefunden, von dem einen Gedanken erglüht, Gott ihr Leben zu weihen, Gott Häuser zu luiuen und deshalb das Sehnsuchtslied sangen nach dem Jüngling, der nicht nach Schönheit verlangt, sondern nach dem goltesfürchtigen Weib, mit dem vereint das gottgewollte Haus zu erstehen vermöchte? Dann hätten Schilos Töchter in Schilo — wie später in Jeruschalaim — in «lern ״Fest Gottes״ Jom Kippurim, der von keinem anderen Festtag übertrolfen wurde (Tanith das.) begangen, und Mer Augenblick, da sie in den Weinbergen Schilos ihr Lied nach •lern jüdischen Jüngling sangen, war der geeignetste Augenblick, wo binjamitische Männer, ohne erst die Eltern, denen durch Eid der Wille gebunden war, zu fragen, in den Besitz von wackeren jüdischen Frauen gelangen konnten. —---

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