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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 7 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
7 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Schilos Untergang. 199 Ihr Eifer war zum Glück umsonst. Sie hätten ihre Brüder verkannt. Schweren Herzens waren sie von Schilo geschieden. Die Sorge nagte in ihrer Brust, es könnte ' einst der Jarden in späten Jahren ihnen den Weg nach Schilo erschweren. Nimmer, auch in alle Zeitenferne nicht, sollte je ihre Zugehörigkeit zu Schilo in Zweifel gezogen worden. Schilo errichteten sie daher das Denkmal, laut sollte es zeugen, dass auch ihr Lebensblut für immer dem Altäre zuwalle, der in Schilo ״vor Gottes Mischkan“ sich erhob. Mächtig loderte damals Schilos Altarfeuer in die Ferne. Konnte ein solches Feuer je erlöschen V Noch einmal vor seinem Tode sammelte der sterbende Führer die Gottesgemeinde, dass sie aus seinem Munde sein Vermächtnis vernehme, zu dessen treuer Erfüllung er sic verpflichtete. Mit der Bundeslade aus Schilo war er aufge• brachen und hatte sein Volk nach Scheehem (Jos. 24) geladen, damit es im Geiste den Weg sich vergegenwärtige, den die Stätte suchend(* Gottesnähe zurückgelegt, seit sie in Scheehem (len. 12. 6) zum erstenmal dem ältesten Ahn sichtbar geworden und ihn inmitten einer der Entartung und dem Jammer verfallene n Welt zum Träger der göttlichen Schechina und zum Erlöser einer Menschheit geweiht, ln Scheehem war einst der Grundstein zum Heiligtumsbau der Menschheit gelegt worden, ln Sehechem jubelte nunmehr ein ganzes Volk ergriffen dem Führer zu. fortan ״Gott, unserem Gott, zu dienen und auf seine Stimme zu hören“. Enter diesem jubelnden Treuschwur aberwuchs das auf steinerner Grundlage errichtete Wüstenzelt in Schilo mehr und mehr zum בזקדש vV. 261 empor — Eine fast vierhundertjährige Geschichte hat Schilo, sie ist die Geschichte seines traurigen Untergangs: in seinem Zeichen stehen die Blätter des Richterbuehes. Der versteht sie nicht zu lesen, der nicht aus der Trostlosigkeit und dem Jammer, von denen jede Zeile uns berichtet, die erschütternde, todestraurige Frage heraushört: wo ist Schilo, ist Schilo verschwunden? Mit blutigerem Griffel konnte die

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