Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 5 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4900572-5964860-5964939--1412-4901936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1)11• Neuorientierung des deutschen ludrntums._1jt3 entschwundene Zeiten ״emalinen. lassen noch 1:* 11»re den Schluss nicht zu. dass das rtiireheucrlichc Krrijrnis werden könnte: dass, nämlich alles jin Weltkrieg sieli geändert, und mir die jüdischdeutselie Orthodoxie' dieselbe geblieben. Aber freilich. dem Zufall, dein Idinden (’ngelahr dart:s nielit 1וו-><ו*יו:1'1*>ו1ו־ werden. So. wie wir in diesem Krieu׳ geworden sind, oh wir ihn draitssen oder drinnen, im Waflenroek oder lliirgerklcid erlebt. 80 müssen wir. mit den Augen von heute, an die Zustände unseres Judentums hei K riegsheginn herantreten, das Judentum, wie wir es in diesem Krieg von neuem erworben und in llesit/. gewandelt, müssen wir an fliese Zustände als Mu'.**tuh legen und danach bestimmen, was wert i*t. erhalten, was überreif ist. tortgeräumt, was unbedingte l’llirht ist. geschallen /.u werden. Kin solcher Versuch soll hier iinternoinmeu werden. . I'.s ist der Versuch eines Kin/.clncn, der nielit weiss. ob er tileiehiresinnten in beträchtlicher Zahl aus der Seele sprechen wird. Oer aber seinen Zweck erreicht hat. wenn »ein Versuch die Kr• örterung unserer Neuorientierung endlich in Oang bringt.! _Nicht um Polemik ist es ihm hier 711 tim. I'eberbainit nicht um Personen. Aber die Zus " ׳ bei kriegsbeginn wird er seliildem. wie er sie heule < ■ ן ווו > ti n > (< ׳ t. und־ die Zustände nach■ Kriegs• ende wird er schildern, wie er sie heute herbeiselmt. Im seine l.cgitimatiou hicr/.u macht er sieh keine (ledankeu. Sie >tiit/t sieh aut das Wort, da* am Kingang dieser Zeilen steht: ״Oott hat gesprochen! Wir würde nicht I’r0|1het!“ III Ks liillt uns heute last schwer, uns in die Zeiten ziiriiekzu; versetzen, in denen kein krieg war. Wie etwas unsagbar Schönes und Herrliches schweben sie uns vor. die Zeiten, in denen es allgemeines K1 (setzen horvorrief, wenn cm Mensch eines unnatürlichen Todes Marli, die Zeilen. 111 denen es eine Seltenheit war. dass ein blühende* Oaseiu |döt/lich abluaih. Ocnkcn wir daran, so will es uns scheinen, als habe damal* die göttliche (Inadensonne in un \ erhörter!,rächt die Mensehenerde best>a 110. al* 11111*se e* damals eine unerhörte 1‘reude und Wonne gewesen s<• 1 i 1. zu leben und zu wirken Kaum -behelligt vom staatlichen Zwang. in Neigung und Herut nur wenig gehemmt: wie glücklich smd^wir doch abzuinal 04