Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 2 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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42 HiArverhUlluog. Inkonsequenz nicht ihr ganzes Erziehungsgeschäft gescheitert ist I)enn was hatte sie ihren Kindern erwidern wollen, wenn sie fragend aufschauend den Finger auf die Gesetzes* stelle gelegt hatten, die der jüdischen Frau zur Pflicht macht, ihr Maar zu verhüll« n? Doch halt — die Jüdin, die Mutter, wie sie mir vorschwebt, mit ihrem reinen Herzen, mit ihrem ernsten Sinn und tief begreifenden Verständnis, hätte sie diese Gesetzesstelle gesehen, keinen Augenblick hätte sie gezögert und hätte willig und stolz ihr Haupt dem jüdischen Gesetze gebeugt! Denn L’nkenntnis und Beispiel hat gerade dieser heiligen Forderung leider so manches Haus entfremdet, und die Geschichte müsste noch geschrieben werden, die den Nachweis zu führen hätte, wie oft vielleicht ein Beispiel einer jüdischen Frau von Namen die Veranlassung gegeben hat.!lass die Haarverhüllung im Laufe der Zeit aus ganzen Gemeinden schwinden konnte! — Das aber wird jüdische Frauen mit starkem jüdischen Bewusstsein erst recht anfeuern, Beispiel gebend voranzugehen und das heilige Zeichen wieder aufzugreifen, mit dem das jüdische Gesetz sie geadelt. Sie wollen den Müttern über die Jahrhunderte und Jahrtausende zurück die Hand reichen, die ihnen das Vorbild Gott dienender Lebensführung sind, dass sie sie als die ihren grüssen. l’nd haben auch ihre eigenen Mütter ihr Haar nicht verhüllt, sie wissen, sie sind ihrer segnenden Zustimmung sicher. Gibt es denn für Eltern ein seligeres Glücksgefühl, als sich sagen zu können, unspre Kinder sind über uns noch hinausgegangen, haben wahr gemacht, was wir unterlassen, sind weiter fortgeschritten, wo wir stehen geblieben und haben uns in rüstiger Selbsterziehung \\jenn möglich noch überflügelt! Wir waren nicht fehlerlos, so sprächen sie aus der Ewigkeit zu ihnen: werdet besser, tüchtiger als wir, ergreift das Gute, das ihr aus unserem Streben entnehmen könnt, und lasst euch nicht irre machen, wo euch unsere Mangel begegnen — wir waren nicht vollkommen. Aber I