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Jüdische Monatshefte · 1917-01-01 · 2 (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
4 (1917)
Issue
2 (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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40 HMrverhttllung. Die jüdisch«־ Frau, die ihr Haar verhüllt, und dieses von Gott erwartete Abzeichen sich anlegt, erklärt sich bereit, den Forderungen zu entsprechen, die das göttliche Gesetz an eine jüdische Frau stellt. Dieses Zeichen ist uralt, so alt wie das Gottesgesetz. Die Mütter unseres Volkes haben es getragen, die hehren Frauen, die unser Stolz sind, die ihren Lebensberuf begriffen, und auf deren aufopferungsvolle Hingabe und heilige IMlichterfüllung die Zukunft unserer göttlichen Volksbestimmung vertrauensvoll rechnen konnte — welche jüdische Frau, die ihren Lebensberuf erkannt, fühlte ihr Herz nicht höher schlagen bei dem Gedanken, einst zu denen gezählt zu werden, die einsichtsvoll und gewissenhaft die Hinterlassenschaft aufgenommen haben, die sie ihren Töchtern vermacht? Die jüdisch(‘ Frau, die ihr Haar verhüllt, trägt sichtbar das Zeichen, das ihre Stammesmütler durch die Weihe sittlicher Hoheit und heiliger Berufsireue geadelt — sie wird des Zeichens nicht unwürdig sein. Ist freilich nur ein äusseres Zeichen, und es kann getragen werden, ohne dass die Trägerin wahr macht, wozu es sie ruft. Fnd Sie kennen Frauen, deren Leben ein Hohn ist auf dieses Zeichen, und kennen Frauen, die ihr Haar nicht verhüllen und doch in ihrer sonstigen Lebensführung keiner gewissenhaften Frau an Würdigkeit nachstehen. Das mag alles sein. Haben aber nicht auch andere heilige Gottesgelmtc das gleiche Schicksal? Ist nicht auch die Mila nur rin üusserliches Zeichen, das den jüdischen Knaben aufruft, als Mann einst ganzer, sittlich vollkommener Mensch zu werden, und ist nicht auch die Mila am Leib des sittlich Kntarteten grässlicher Hohn? Welcher Vater wollte aber deshalb die Mila unterlassen? Aberl iaarverhüllung ist ja gar keine spezifisch jüdische Sitte, scheint ja orientalisches Gemeingut zu sein und er innert somit unwillkürlich an die Stellung der orientalischen Frau oder gar an Fntwurdigungen, die der Harem verbirgt

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