Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 11 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Dir Organiaation dar jüdiacban ReligioiisgfMilacbatt .'Ml im tlenendgouvernement Warschau. l)<׳nn ehe da« Judentum in Polen der Tummelplatz, haltloser A*«imilanten werden, ehe e« zionistisrli verkommen 8011: lieber möge es durch (Errichtung einer religiösen Organisation vor die schwere Aufgabe gestellt werden, die frei geborene, am Ideal entzündete Begeisterung und Hingabe in eineu ihr inuerlich fremdartigen Verwaltungsapparat hineinzuretten und gegen die Willkür des l’nglauben« und des Abfalls zu verteidigen. Hin von Kämpfen um Gottes einzige Wahrheit erfülltes Judentum ziehen wir einem Judenturn unbedingt vor, das für einen Sitz im Parlament wie für ein heiliges Palladium streitet, während die Lehre verachtet zur Äeke-stehtr Neben der Polenproklamation musste eine Judeuproklaination kommen. Das reiche, umfassende religiös-nationale Lehen des pol• nischen Judentums konnte der deutsche Generulgouvcrneur nicht einfach ignorieren und damit dem l’olentimi wehrlos ausliefern. Dass diese Proklamation die Religion als alleiuige Grundlage der selbständigen polnisch-jüdischen Kultur anerkennt, ist ohne Zweitel ein bedeutender Krfolg der Orthodoxie. Mau darf nicht vergessen, dass die neue jüdische Organisation ja nicht nach dem deutschen Muster im wesentlichen nur den svnagogalen Gottesdienst und den Religionsunterricht zutu Gegenstand hat. Nach § ist Aufgabe der jüdischen Gemeinde neben der Pflege des religiösen Lebens die gesamte (Erziehung der Jugend, die Armenptlege wie überhaupt die gesamte soziale Fürsorge, liier sieht man deutlich den Zweck der Organisation: die kulturelle Kigenart des polnischen Judentums zu erhalten, zu pflegen und zu fordern. Wenn aber diese umfassende kulturelle (Eigenart, deren staatliche Anerkennung den Assi• milanten ins Gesicht schlügt, statt national ausschliesslich religiös radiziert wird, so hat die <>rthodo\ie am wenigsten Grund, sich über diese von ibr stets als richtig veitretcne. zutreffende F.rlässuug des Wesens des Jiidcutniu« sonderlich zu beklagen. Dazu koiniut aber noch folgende«: Sind w r richti׳■״• ■״•»ntiert, so gieht es /.war auch in Polen dem jüdischen t ״•sei/. 1,01.1 mdetc. aber es g.ebt kein System des Abfalls, keim Geiger und l’lnlipp söhn, die. als Nachfolger der In״ listen jüdischen Ge«et/e«würdenträger siidi dankend, das Recht zu losen und zu binden als ihnen