Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 7 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 69% known words query
- IRI
…/4900572-5964858-5964914--1112-4901646- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
l»ie Wurzel de» Krii'j׳»■». 227 Ander« pelit 0« nicht. 1'ml die Itechtspciucinschatt duldet keine Suveriinitiit der ihrem Keelit Fntcrworleiie». Wird e« je da/.» kimiine»? Sein•» die Frape ist Siiude an der Kultur. Hie Kcchtspemcinschuft der Staaten int wesentlicher Itestaudteil unsere« Kulturhcwusstsei»«. Aut dieses l‘<1«tulat kann die Vernunft niebt vcr/.ieliten. Sonst wäre (•eschichte sinnlos Man verwechsle die Kechtspcmeinschult der Staaten nieht mit lein ״ewipe» Frieden“. Was will man denn eipenflieh immer mit dem ״ewipen Frieden“? Warum wirft mau uns stets diesen Kniip- |u׳l zu, wenn wif Veriiuiittnntwendipheiten erstreben? Ilerrseht etwa im Innern des Staates der .,ewipe Friede"? Hat das inneilst» atlie he Keelit es bis heute zu Wepe pehraeht. den lieehtshriieh zu tilpen, den Verhreeher utiszuuicr/.cn? Fnd ilneli hat 'ieh iineli kein Vernünftiger pefunden, der die Kerecntipunp der •׳m/.elstaatlieheii Kcchtspemcinschuft ein/ip aus dem (•runde aupezweifelt hätte, weil sie den, .,ewigen Frieden“ im Staate Hiebt pe~ wiilirleistcn könne, der ״ewipe Friede״ lielmehr eine Ftopic sei! Nieht anders steht es mit der zwischenstaatlichen Keclifsge meinsehaft. (ianz pewiss wird aueli unter ihrer Herrsehaft lür_alk -ohhare Zeit der Friede nieht immer pewätirTcTstet sein können. Aber der Kriep wird aulhören, die blnsse ״Forttührunp der l'olitik“ /11 sein, wird tote eoelu vnin Normalzustand sieh aldiehen, wird da« sein, was bereits heute der Kriep im Innern ist: ein Keehtslirueli. Itie /wisehenstnatliehe Kerhtsgeineinschaft wird von der "itveränilät der Staaten nur das iihrip lassen, was diesen wirklieh iikommt : suveriin werden die Staaten noch'lii neu sein. Ihren I ntertanen werden die Staaten als Kinder und Wahrer des lierhls die höehsten Autoritäten darstellen. Tritt aber der Staat dein Staat pepeniiher. so wird es nieht ander« «ein, als wie wenn lleehtspenosse /lllll Ueehtspenosseil Hc/ichungi'li knüpft. Ibis Keelit aber wird suveriin sein. l'nser Kulturbewusstsein ist bereits heute so entwickelt. dass « die Staaten par nieht anders als wie in Kcchlsgeineinsehalt beindlieh betraehten kann; so sehr, dass es die trauripe Wirkliehkeil ml dem milden Sehhder der Fiktion \erhullt hat. ltiese Fiktion miss Tatsaehe werden. Hie Orpauisatiou der zwischenstaatlichen :eehtpeiueinsehalt ist du« hoehste und heilipste Auliepeu der Kill, irmenselilieit. Mitten im lurehlharsten aller Kriepe «prerhen wir die ruhipe uversieht aps, dass dieser Kcchtspemcinschnlt die Zukunft pewiss -t VielleR'lit brinpt perade dieser Kriep erwunsehle Fürdernnp. erade deutscher (ieisl erseheint beruleu, der Welt di•• Fm■ ersalität des Keehts zu brinpen (iclinpt es lleiitsehlaud, in du׳ 111״ Kriepe entscheidend zu siepen, tu! wird es seine dadnreh er orhenc Vormachtslellunp nieht nach bonapartisehem Vorbild zu I »iveraalisierung der Macht, sondern zur Universaliiieruug de