Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 6 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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l>as orthodoxe Jjilentutr in M 1ttt»l»-ur<>j>;1. IK& den mitteleuropäischen IJjndern, vor :tll»*tn Ungarn. schaute, Si!• wird ihre <irii 11 <Ic schallt haben. Wohl aber durlen mul müssen wir in t*itu*r Zeit, wo der Gedanke Mitteleuropa di!׳ Gemüter tasciniert. dom tiolon Bedauern Ausdruck verleihen. das* es nicht gelang lind, wie es solioint, anoli in absehbarer Zoit nicht gelingen wird, eine mitteleuropäische Orthodoxie zu schaffen, die, wir sagen ch offen. der natürliche Kristallisationspunkt wäre, dem Hielt in der kommenden Friedenszeit. wenn oh wieder einmal gestattet »ein wird. kosmopolitische Träume zu träumen, die übrigen Teile der Weltorthodoxio :!!)gliedern könnten. In dienern mitteleuropäischen AuHschnitt der Agedis Jisroel würde, jedenfalls was den (taten betrifft, nicht Oesterreich oder Mähren, oder Böhmen oder Galizien, sondern Ungarn den Schwerpunkt darstellen. Denn während in Mähren und Böhmen das orthodoxe Judentum schon seit Jahr und Ta״ aut ein kleines lläutlcin unentwegter Bekenner Jiingewiosen ist, während Galizien auch in der Strnklnr seiner jüdischen Orthodoxie l’olen so iilndich ist, dass selbst gewiegte Kenner der |iidiseben Volkspsvche‘ in einer durclieinnndergerüttcltfii Gesellschaft .von gali/.ischen und polnischen Juden wohl kaum die einen von den andern unterscheiden werden, gewährt die ungarische Ortho• doxie das Bild einer schon durch die kompakten Massen ihrer Olieder gewaltig imponierenden Gemeinschaft, die zudem so viele originelle Züge aufweist, dass sie den F.ingeweihten seit je als בי־יה בפני עצד־ bekannt war. schon lan^e bevor aut der Vcrsammluii}; zu Kattowitz Herr Direktor Oabel aus Grosswardcin seine deutschen Zuhörer durch kaltblütige Kntwicklung seiner ungarischen (irundsätze gruseln machte. Wer damals die Bede!los Ingam als schoeking eti1|dand, dart sieb nicht zu den Wissenden zählen Ks ist nicht leicht, die ungarische Orthodoxie zu verstehen. Was Naumann in seinem erwähnten Buche über das ungarische Volk säet, das gilt in gewisser Hinsicht auch von der ungarischen oder, wie man dort gespreizter sagt, der unguiliindischcn indischen Orthodoxie: .11-11 habe oft gerade über dieses merkwürdige Volk naehgedarht. das weder slawisch noch germanisch in unserer Mitte sitzt und unsere deutschen Schicksale schon jetzt mitbestimmt. Ks ist uieht wie die andern, nicht so (ein nervös wie die Westvölker,