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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 12 (1915) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
12 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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397 Ein moderner Roman von H. M.-B. Kriegszoiteu sind lärmende, rohe Zeiten. Für die Miterle-!»enden ist« *eilende. blutrünstig# Wirklichkeit. Keine Brücke führt da hinüber in* Reich des Schönen. In der Vorstellung der nach uns Kommenden mag das Bild vielleicht au Grausigen! emhüssen, sich sogar mählich verklären, »!»schleifen und verdichten zu einem ״Motiv‘, das dem dichterischeu Naeheniptinden und Ausgcstalteu ins künstlerisch Schöne recht wohl entgegenkmnmt. Dem Zeitgenossen würde solch Unterfangen nie gelingen. Allznlaut dröhnt der Donner der Geschütze, zu nah ist ungern» Ohr und Herzen das Todesröcheln Ahertausender. Auch die Geschieht»‘ lehrt »>h: grosse Kunst braucht den Frieden. Und die Kunst, die wir in unsern Tagen erleben, bringt keinen Gegenbeweis. Dies soll und darf keiu Vorwurf sein. Die Kräfte, die das gross»• Kunstwerk schaffen, liegen niemals in der Seele »leg Schaflenden allein. Gar vieles von iunen und aussen muss zusammen- -wirk«4»-HH—wnnderbaf ydicimniHvoHen Spiel der Kräfte, nm aus dem Geiste des Berufenen die grosse Tat des Auserwählten zu erlösen und zu krönen. Man hört und liest gerade hente sehr viel von einer neuen, grossen Kunst, die wenn schon nicht als Begleitso doch ganz gewiss als Folgeerscheinung tles Krieges uns geschenkt werden wird. Unsere Gebildeten verlangen ungestüm danach. s»»weit sie sieh beute überhaupt äussern. Ein grosser T»>il ist still und stumm. Ist im Felde. Ich weiss nicht, ob grosse Kunst heute die rechte Räsonanz fände. Vor mir liegt ein Buch, das ganz gewiss nicht in dem Lesenden »las ahnungsvolle Gefühl erweckt, dass eine perikleische Zeit in »len Wuheu liege dem aber auch nichts ferner liegt als ein solches Streben. Darin steckt gerade ein gut Teil seiner Kraft. Das Buch hat unendlich viel uns zu sagen. Aber es fühlt etaas von dem Misstrauen Kants ge^en die allnschöne Form, hinter der di»• stiviigc. ganze Wahrheit selten sich verbirgt. Dies Bu»־h hat streng»־, ganze Wahrheit zu geben. F.s verschmäht »li»> Form

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