Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 5 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Das דרך א״ן zv n^T־Prcblem. I Seitdem der Krieg /.וו den stjiiidijrt-ii. 11׳ des in״- dornen Kiillurleliens gehört. ist der (11:1111•׳* an den mcnscheuheglückenden Gehalt dieses Kirtinrlehens in pessimistisch veranlagten Gemütern gar lirdenklieh ins Wanken geraten. Sie sagen sieh: Was ist das tiir eine Kultur, die nicht einmal fällig war, der Welt eine solch blutige F.rschiittermig und den Menschen solch nnsägliehes Leid zu ersparen! Was sollen uns alle Krlindungen, alle technischen Krriingcnschaften. wenn sie gerade es sind, die den Krieg 7.11 einer unerhört tiirchtharen Katastrophe machen, die alles Kriegsleid von ehedem in Schatten stellt! Was soll uns Kiiliur. wenn sie. in Yölkerrechtshrtichen zum Gelächter wird! IHeser Kiilturkutzenjammcr ist ebenso hegreillieh wie ungerecht. Kr ist begreiflich, weil der Krieg in der Tat mit der überlieblichen Vorstellung aufgeräumt hat. dass es genüge, den Men- Rchengeist in, wisseiischattliclien. künstlerischen, technischen, kurz: kulturellen Fortschritten sich anslehen zu lassen, um die Krde in pttt I\'1rad1es zu \ erwandeln. Kr ist aber ungerecht, weil es das Kind mit dem!lade aussehiitteu heisst, die Knttiiuschiing, die einem die Inndlautigcu Vorstellungen vom Wesen und Zweck der Kultur bereiten, kiir/.erhaml auf die Kultur selber zu übertragen. Was kann der Krieg dafür, wenn gedankenlose Menschen Kultur mit Itc1|11cn1lichkcit. Luxus, Lebensgenuss etc. verwechselt haben V Ihnen kann es nur forderlich sein, wenn sie sieh im Angesichte einer von liatich und lllut erfüllten Welt angeregt fühlen, ihre bislierige Lebensanschauuiig auf ihren inneren Gehalt zu priilen. Auch uns glaubeiis- und — was trotz £ 2 vgl. No. 8 des vorigen .lahrgangs dieser Zeitschritt) immer noch dasselbe ist — gesetzcstreiieii .luden würde es nicht schaden, wenn wir unsere - Vorstellungen, die wir in langen Friedcusjuhrcn mit unserem KulturbegrilV verbanden, in dieser ernsten Zeit etwas eingehender revidieren würden, als dies bislang in unseren Kreisen geschah. Au innerer Kinkchr war bisher nicht viel bei uns zu merken. Wir beten und spenden, spenden und beten und glauben das l'nsrige getan zu haben, wenn im Kriege unsere ־,־er und .צ־־ך reichlicher strömt als im Frieden. An die Knegspllicht des Stoberns im 111 474259