Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 2 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Zukunftsmusik I'ehcr Möglichkeiten einer künftigen Bcstaltnng der jüdischen Verhältnisse imeh dein Kriege wird sieh ein nüchtern wagender Sinn keinen vorzeitigen und unfruchtbaren Illusionen liingeben. Ikא 1׳ Kine wissen wir: es wird jahrzehntelanger Arbeit bedürfen, um ilie furchtbaren Wunden zu heilen, die der Krieg dem jüdiselten (ierneindeleben m: Osten schlug. Kinst blühende (Jemeiuden luilieii aufgehört zu sein, und über ihren Trümmern schwebt die Kruge, <d» es in Zukunft überhaupt wird miiglich sein, über ihren Wiederaufbau hinaus den Wunsch nach Besserung und Ausgcstallung. wie er sclmn vor dem Kriege bestand, in seiner ehemaligen Kratt. durch die allein seine Verwirklichung möglich schien, wil der unlieben zu lassen. Ks können aber auch noch Wunder geschehen. So nüchtern darf unser Silin nicht wägen, nni die Möglichkeit ausserordentlicher Waltungen von der Hand zu weisen. Der wichtigste, politische Faktor blriltf immer noch unser alter tiott. I’ohtische Wetterprophetie war von jeher eine Lietdingshe- Hchajtigimg des Zinnisums. Kr kann diesen billigen Sport auch in der Kriegszeit nicht lassen, daher vor kurzem im Verlag von A. Marens K. Weher in 1501111 eine Broschüre von Wlad. W. Kaplan- Kogan _l>or Krieg, eine Schieksalsstunde des jüdischen Volkes“ erschien Oer (irundgedauke dieser Schrift lässt sich kurz wie lolgt formulieren: Deutschland siegt. Kine neue Zeit für die .Indcnmagsen des < Mens bricht an Während das 19. .lahrhundert die .luden des Westens als M cnsdi eii emanzipierte, w ird das 20..lalirhundert für die .luden 1m Zeichen der Kmanzipation des jüdischen Volkes stehen. .Ks unterliegt keinem Zweifel, dass der Krieg 1914 eine gründliche Aenderniig in den Kcchtsv׳erhältnisseu, die das Zttsainnicnleheii der Nationen regulieren, zur Folge haben wird. Der deutsche‘ Sieg und die- Deutschen müssen siegen, und sie werden siegen, weil es die grosse deutsche Sache erfordert und weil es für die Kultur Kuropn« eine Notwendigkeit ist י— der deutsche Sieg, sage ich, 4w1rd eine Befreiung der .luden und anderer Völker in den <irenzgebicten Russlands herhoifiihren. Die .luden, die in