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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 1 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
1 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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die anschauliche Art, wie sie geschildert werden, das :die» ist 7ur Zeit ho ungemein aktuell, dass wir den Lesern empfehlen möchten, sieb mit besonderer Andacht in dienen Kapi tel zu vertiefen. Sie werden mancherlei darin linden, was auch unserer gegenwärtigen Stimmung als deutsche Judeu oder jüdische deutsche (was vielleicht nicht dasselbe ist) entspricht. Zumal die Kegegnung Joöl» mit Reinem ehemaligen Spielkameraden Josua Heisberg, der seinen Wunden erliegt, ist lesenswert. ״J0£ua, lass dir sagen, ich glanbe, wir haben uicbt blos für Deutschland gesiegt, sondern für die Menschheit. Denn im blutigen Ernst ist manche Fessel geHprengt, die grausamer inj'als Eiseu. Nach dem wilden Hingen werden die Menschen einander lieben und auch für uns Juden ist es hell geworden." Armer Joel Gern I Deine Träume auf dem Schlnchtfclde, das auch mit jüdischem Blute getränkt wurde, sind niemals wahr geworden. Wie recht hatte dein Vater, als er dir prophezeite: .Joel, Joel. Du wirst es erleben, dass do gegeu dieselben Menschen, mit denen du Schulter an Schulter gerungen hast, kämpfen musst im heissen Kampf des Wortes und giftiger Angriffe, l'nd je mehr in Untreue gegen Mäschern bnruch hu deine Zeit voranschreiten wird, desto hässlicher, desto schwerer wird dieser Kampf werden.*‘ Schon hei dem Verhriiderungsfest froher Studenten, an welehern Joel teilnahm, glaubte er den Aufruf .,Ein l’creat allem l’remden*‘, womit man den nationalen Aufschwung leierte, nicht missverstanden zu haben Und was er spater bei einer politischen Versammlung erlebt, sein eigenes Auftreten als Hedner, sein Itekanntwerdeu in den Salons jüdischer Assimilanten und die ganze unnatürliche Art, mit welcher sich jüdische Kreise über alle Klippen und Widerstände, die sein Herz bluten liesseu. hinwegzutäuschen suchten — : da» alles ging wie ein Hiss durch seine Seele, die ihr (ileiebgewicht hei diesen Sturm- und Drangerlebnisson wohl für immer verloren hätte, wenn nicht — Ellerdingen gewesen wäre. . Da trat ihm das Kild seines Vaters vor Augen, wie er unentwegt und unbekümmert in strahlender Heiterkeit seine ('hidusche Thora wciterschrieh, nicht fragend ua< h Lohn und Dank, nicht beirrt durch die Vergeblichkeit seines Hcnaihcns. Da lernte er mit ueuerwachten Eifer . . “

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