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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 10 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
10 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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373 ferne von uns Fein׳!, Pest, Sehwert und Hungersnot*: diese ein• fliehen Worte unseres täglichen Abendgebetes,“welch erschütternde Bedeutung erhalten sie nun, wo das Donnergrollen der Kanonen uns umgieht und ein grausamer Feind uns von den Quellen an־ serer Nahrung ahschneiden will Man kann über den Krieg kein Wort sagen, das,nicht schon in unserem Alltagsgehet enthalten wäre. י=—. Umso erstaunlicher ist es, wenn man walirnimint, das mäneKo Seelsorger sich in ,stimmungsvoller* Ausstattung des tAglichen- (iottesdienstes hei militärischen Anlässen gar nicht genug ■tun n. Ks scheint Seelsorger zu gehen, die die ״Wirkung“ eines militärischen <iottesdienstes an dem Quantum der dabei vergossenen Träten ahmessen, Seelsorger, die gar nicht ״ergreifend ' genug die Tragik des dem Tode ins Antlitz schauenden Soldaten, des aus seiner Familie herausgerissenen Krnährers, des von seinen Kltern getrennten Lieblings schildern können, Seelsorger, die es für yülig halten, die Schauer des letzten Neilamoments herauf• zubeschwören, um auf die Hörer den gewünschten• ״Kindruck‘• zu machen. Das heisst doch wahrlich gegen allen guten (ieschmack sündigen, wenn man die Tragik des Weltkriegs durch künstlicho Mittel noch rzu steigern für angemessen erachtet. -_Wozu man schliesslich gelangt, wenn man—U i -militärischen- (iottesdiensten mit aller Gewalt originell sein will, zeigt folgen• der Fall. Fand da neulich ein Soldatengottesdienst statt. Das ITnglück wollte, dass es ein einfacher Sonntag war. Schreckliche \ ei legenheil! Was sollte man denn tun'!׳ Man konnte doch nicht einfach ״Minchah“ boten lassen Das wä0׳ doch gar zu diiiflig gewesen, des , grossen Moments‘* cai zu unwürdig. Doch der findige Fehlprediger woiss sich zu helfen. Flugs lasst er die 'Ihuiarol'O herausholeii, drei^ wackere Krieger aufrufen und ׳len für Montag und Donners'ag bestimmten Woehemibschmt! verlesen. Km wahlhaft genial! r Ausweg! Sch ide nur, dass der böse Schul hau Aruch über solche h" niste ein klein wenig audeis denkt Die drei Krieger haben einfach ־:ד. '‘;::־‘ר; gemacht. Fiel der Herr Feld|!rcdiger tragen die Schuld daran. Herr Feldprediger scheinen zu glauben, dass inte! arma tncent leges, und verstehen unter leges auch den S! hulchan Aruch. S״|lte viel• leicht auch der Kruw des Herrn Feldpredigers nur für - Kriegs- 4

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