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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 9 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
9 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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337 Als Agudas Jisroel in Kattowitz tagte, lieb sie sied, wie es vor Oott und Menschen Rechtens ist, ▼on der Kattowitxer Gemeinde, vertreten durch ihren Rabbiner und ihren Vorstaad, feierlich begrüben. Das ist keine blobe Förmlichkeit. Die jüdische Gemeinde ist die organisierte Ortsreitretung des Judentums. Zwischen der Ortsverwaltung des Judentums and der im Werden begriffenen jüdischen Gesamtvertretung muss die innigste Füblaog bestbben. Sie verhalten sich zu einander wie Teil zum Ganzen, und es darf das Ganze den Teil nicht verleugnen, geschweige denn mißachten. Was für Kattowitz recht war, muß für Frankfurt billig sein. Dies umso mehr, als — im Gegensatz zu Frankfurt — die Kattowitzer Tagung wohl kaum mit Rücksicht und im Hinblick auf die dortige Gemeinde, der im übrigen natürlich nicht zu nahe getreten werden soll, daselbst stattgefunden hat. Es ist daher mehr als selbstverständlich, dab die Frank• furter Kenesijo Gedaulo, nicht minder wie die^attowitsej*, sieb von der Frankfurter Gemeinde, vertreten durch ihre berufenen Organe,, begrüßen lassen wird. Und das ist der Moment, wo die Frankfurter ,Lokalangelegenheit* zu einer Angelegenheit der Agudas Jisroel im eminentesten Sinne sich auswächst! Welches Gebilde stellt für Agudas Jisroel ,die* Frankfurter Gemeinde darf Daß es die Frankfurter Richtliniengemeinde nicht ist, kann natürlich keinem Zweifel unterliegen. Aber diese Rieht• liniehgemeinde hat im Jahre 1877 — sie war damals schon nicht besser — aus Angst vor der Konkurrenz der Religionsgesellschaft eine Reihe konservativer Institutionen geschaffen und diese einer ,Ritualkommission“ unterstellt. Hat damit die Richtlinien• gemeinde anfgehört, Richtliniengemeinde zu sein? Sicher nicht! Bios vielseitiger ist sie geworden, sucht den lieben Gott neolog und konservativ zugleich zu befriedigen! Alter wird all diese begrifflichen Selbstverständlichkeiten auch Agudas Jisroel aner• kennen? Wird Agudas Jisroel den ״Mut“ haben, öffentlich wahr zu haben, dass für sie nur die Religionsgesellschaft die einzige jüdische Gemeinde, nur ihr Rabbiner der einzige ״Ortsrabbiner“ sei? Wird sie nur und allein von der Religionsgesellschaft als einziger jüdischen Ortsgemeinde sich begrüben lassen oder wird

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