Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 8 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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־28 klar legen, die zu ihrer voraussichtlichen Abwendung ergriffen worden sind. Wenn wir hierbei ab und zu nicht umhin können, Vergangenes zu streifen, 80 wird ernstlich gebeten, dann keinen Angriff erblicken zu wollen: Gut gemachte Fehler sind Vorzüge. Schon ein oheitlächlicber Blick Über den bisherigen Verlauf der Bewegung lässt ־klar erkennen, dass es zwei — wir wollen nicht sagen: Richtungen, sondern besser: Seelenstimmungen — also zwei Seelenstimmungen waren, die in den Kreisen der ,Laienfdhrer“'— das unschöne Wort stammt nicht von uns — zu mas8gebendem Einfluss gelaugt waren. Wir nennen die eine den Antirabbinismus, die andere den Universalismus. I. Zunächst der Antirabbinismus. Wir könnten ihn auch nennen: Demokratismus. Es ist eine unleugbare Tatsache, dass der europäische Westen in einem Zustand zunehmender Demokratisierung sich befindet. Die Demokratie ist aber der Autorität wenig günstig gesinnt. Darunter bat auch das Judentum, ob es gleich völlig auf Autorität beruht, leiden mfissen. Das Ansehen der Thora, das in dem Ansehen ihrer berufenen Vertreter zum Ausdruck kommt, ist im Westen lange nicht mehr ein solches, wie es dem Buchstaben und namentlich dem Geist des Gesetzes -entspi icbt. Die bewusst und gewollt rabbiuerlose Okloberversaiumlung des Jahres 1911, in der das Provisorische Komitee ine Leben trat, ist geradezu von symbolischer Bedeutung. Das völlige Bracbliegen des in Kattowitz dem Provisorischen Komitee zur Beite gesetzten Provisorischen ltabhincrrals ist es nicht minder. Agudas Jißroel galt eben als ein vorwiegend ״praktisches“, auf die ״breiten Volksmassen“ zu stutzendes Unternehmen, bei dem man vielfach die Kabbincn, bei aller Verbeugung vor ihrer Grösse, als retardierende Momente empfand und am liebsten als nicht hoch genug zu schätzeude Decora — kalt gestellt hätte. Und dennoch bleibt Wahrheit, was in dieser Zeitschrift gesagt wordeu ist: ״Die berufenen Führer von Klal Jißroel sind seine T ho r ag rös s e 11. Mag dieser Salz >111 Westcu auch wenig Anklaug bilden, so ist er gleichwohl das Zutreffendste, was sich über Klal Jißroel sagen läßt.die Organisierung von Klal J i ßroeI ist eine Aufgabe dei t« edaule .1 ißroell* Die Erkenntnis des antirabbinistischen Zuges <h-r Bewegung war es, die zum ein■״׳ Teil die bekannte Opposition hervor ru f.