Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 3 (15.2.1927)
- Date
- 1927-02-15
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/4899998-4932209-4932324--546-4900516- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der ewige Jude (in Sage und Dichtung) von StubtfTuat Dr Jam«» tzetzrnann (Fortsetzung In den Kreisen der vilsenschakt ftritl man im 17. und noch im lkt Iobrbunder« viel um die Möglichkeit einer solchen Erscheinung. und der aeledrte Iobann Jakob Schudt stellte 1714 in fit.trn .südlichen Merkwürdigkeiten wohl al» Erlier den La» auf. ..dieser u.»laufende Jude kei aar kßjn« einzeln« Perlon. sondern da» ganze jüdische. in alle Welt zerstreut» und umberwanbernd« Volk " Die Zeugnisse aber von seinem Auftreten mebrien sich, in dem Mabe. wie da» deutsch« Volksbuch sich in anderen Mündern verdreilkl« und dort aderletzt wurde, nebmen auch dl« Berichte »der da» Erscheinen de« ewigen Juden tu. In Frankreich wurde nicht lange nach dein deutsch»» Volksbuch die ..hisroire adiniradle du tutf erront verösse», licht: dann wird auch lener Bischof Paulu» von Eitzen al» Zeuge angerufe». im adrigen nach französischer Art die deutsch« iüeogravdie gründlich durcheinander geworfen: ko wenn etwa dir Universität Wittenberg. >ov lener Einen krudiert balle, imi dein Hände Wurileinbrrg verivechseli wird, der Bischof also nur den kleinen Abstecher von Wurttemderg nach Hamburg inachi E« dauert »nchi lange, da treten auch in Frankreich allerlei Personen auf. dir dkl» Abasver gelede» baden wollen In der E d a in v » g n r soll er »wei Edelleulen «rzäblt bade», er ko»»ne au» Deutlchland und gebe jetzt nach England In Beauvai» dält nian ihn kür einen Aufschneider, einen conleur de fable». Unweit Pari« trifft er mit Soldaten Eond»» zusaniinen und wird vor den Prinzen gekUdrl. der ihn auskragi In skandinavischen wandern und in Holland wird er von Deutschland au» bekannt, aber Belgien erkält den Bericht Über Frankreich Dort deibt er übrigen» Ilaae Uaauedei». wa» au» dem hebräischen Vorzeit, abzulrite» ili und da besitzt er da» »iedeinnii». all« Frauen wieder ,ung ,u machen. In Brussel erzäblt er Borkonnnniss«. dir iadr bundertelang »uruikliege». wie Dinge au» der itzegenw.rri. io dotz di« Burger sich entsetzen In der Schweiz, nicht «veil von, Mutterkorn. wo eine letzt verschwunden« Stadt lag verkündet er: Wenn ich zuni »weiten Male vier vorbetkonnne iverde» da wo jetzt Häuser sieden, nur Bäuin« wachsen, und konnne ich »um dritten Mal. wird nicht» dort lein al« El» und «ft»««' So wird nuA letzt dort erzäblt wir di« angebliche Prvvdezeiung de» ewigen Juden einaetroisen ist Und noch beute kennt man >dn >rmch in Italien, wo «r timner noch Butiadio beitzt. wie in dem vordin er wäbnten Bericht de» itzuido Bonoiti In Spanien ninnni er den Namen Iodann hotiegoil an. Juan Elpera-en-Dir»«. dort wieder dargestelli mit eine, schwarzen Binde auf der Stirn, di« Binde verdeckt ein dren nende» Erueiklr da» lein («ebirn verzehr» odne r» »u ver Nichten, weil e» immer »vieder nachivächsi nne die Heber in der Lage vom Promeibeu» England milcht in die Berichie die aut die iH'rriwäbntr Edronlk von St Aldan» zuruckgeben die deutsche Darstellung de» angeblichen Duduläu». dvri drüben lvieli er von jeder «ine grobe Nolle und >»> 17 Iadrdundkii Iäb> ibn eine Schrift mit den Prokelloren von triz-rd und Eamdridge dispuiieren Ein aeiedrier Edelmann^ redet ara blich mit jtzm und »inpsängi durch ibn Nachricht von Nero von Vkaboinet vom Sultan Solimon vom übaliken »u Babel Endlich nwldet itzch auch ftmerika >m Aale der Völ brr Etwa» [Mt »war er»! im vorigen Iabrdundert >m »brigen aut echt amerikaniiche veil« Eine Mormonen »eltung von ISAM Deiert New» weitz ibren he'ern zu er- »ätzten. der ewig» Jude «ei beim Pächter C' itzradv auf keiner Parw ,u Gek gewesen und tzckli» ihm »um Andenken auch ein Gastgeschenk überlasten nämlch »inen uralten Folianten mit Au»,üge» au» dem Talmud und ein beglaubigte» Zeuani». dab er wirklich der allein echte ewige Jude sei. Neben den Prosadarstellungen bat sich nun auch die Poesie, zunächst die Volkspoesie de» Stoffe« bemächtigt Und e» verdient bervorgeboden »u werden, dab da» Volkslied niilunter weit zarter und keiner im Empfinden ist al» di« Prosaberichte, die nicht selten vom wüsleklen Anti» fri»iti»,,ru» strotzen Sv findet in einem deutschen Volkslied ..di« Heiden de» Herrn" betitelt, da» im Wunderdorn.stebt, endlich der ltzrdanke Raum, dab «* doch zu dem Verkünder der hiebe nicht vabt. sich kür ein kleine» Vergeben durch einen ewigen Fluch zu rächen Ebrisku» schweigt in jenem Volkslied auf die ibm zugefügte Beleidigung: erst Motte» Strafe trifft den Sünder Und in einem englischen Volkslied, das Poren in leine bekannte Sammlung von I7*i)> ..Neliaue» of Ancieiu Engliib Poetni aufgeiwmmen bat. findet sich der sebr treffende i>s<danke. dab er doch der so barl in Strafe issenonnnriie durchaus nicht allein gewesen ist. der damals den neuen Provbeten verkannt u»d beleidigt bat. In der Tat. sie dabei»'» ja damal» alle nicht anders gedalten zu Jerusalem, ob Nümer. ob Jude». Ebristu» ziedt seinen Weg. Und noch ein anderer Zug tritt im Volksliede bervor. speziell im sranzdsischen: ei» Zug. der je zuin Teil mit dem französischen Nationalcharakier zusannnenbängt. teilweise aber auch allgemein Menichlichrs angebt Es liegt in der Naiur alles Tragischen, dab es an einem gewissen Punkte in lein («segenttil umschlägt Die Wurzeln des Tragische» und de« .iivmischen liegen ja medr beieinander. Beide entspringen au» der Anschauung de» Widerspruchs in allem bseschafse »en. und «» komml miiuniek nur auf die Einstellung an. ob die emr oder die andere Seite mebr dervorkrilt. Wenn die ver^zanglich« menschliche Form dazu verurteilt wird, auf Erden die notwendige Todesauslükung nie zu finden, so ergibt da» riefst« Tragik, sobald man auf die daraus e»lspriiigenden Heiden siebt: beachtet man die Einzelkonseaucnzen diele» Widerspruch», so kann sich auch einmal die entitegengesevi« Wirkung einstellen Wen» der Heid zerfällt, die Seele sich lodesmatt und müde nach der Erlösung seb>". so erweck! die» tragische» Mitleid. Wie aber schlieblich bei dem uiiaukbörichki» Wandern die .»Neider auslebn. die Schube, die haare, die Nägel das füdrt unter llnrsiänden zu aroieske» Ntbenvorsiellunge». So konnnt «». dab i» der <*«- schichte de« ewigen Juden neben den tragischen, ivesentlichen. auch die kleinen duinorisliichrn Züge auktauchen. Wir leide» mit dem Bubende», der arm. vku>« >ä«ld und (äut. durch dir Welt ziedl. und müsse» doch lächeln, ivenn er in einem französische» Ebanson de» Lmnibus besteuien will und plötzlich bemerkt, dab er da» Fabrgeld nicht entrichte» kann. I» dielem Hang «„»< Parvdisrischen ift da» 1<vlk»lird wie in inanchei» andere» verivandt dem S t u d e » t r n l i e d e E» iü ein avarier Einfall. ivenn in einem neueren deutschen Studenteiiliede di« ganze hegende plötzlich lebr lustig de rumgedrebt wird. »><>!» da der Schusier Abasver dein Wanderer mit dem Heiligenschein die zerrissene» Schube repariert und al» itznade dafür erbittet dab er nun selber wandern dark .di» a» der Trnge Ende, solang der Erdengarien blüdi Da dal eben gernianilche Wanderlust d»e andre Seite de« Wandern» erlabt Mn dem Studentenliede lind wir schon «inen Schritt dinuder getreten auf da» itzebiet der Kunst dichtung. da» wir jetzt näber betrachten wollen Da begegnet un» gleich am Eingang der Name jene» «trotzen dem nicht» Menschliche» krend war der alle» Vergänglich« al» ein ««leichni» «rfabl« und zumal die titanischen 6t,ff« schon früh ergrikf Ich baue vordm die drei Titanen Prometdeii». Fau«> Abasver »u>a»»ne»grftelii In der Dichtung unsre» 2 wer», ft* J9U |AMf4« Are»-!