Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 4 (22.6.1925)
- Date
- 1925-06-22
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/4899998-4932193-4932269--090-4900082- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
r „Die Diskussion" I > I c M i s c li c Ii c. liu iluii inr alle IikIui wicliliis'Ui I Iiun.,. ich auch Ihr liiicrcsvc v oraus und mochte durch ein Beispiel. d.is ich liier mitteile. in Ihrer ..Hiskussioti" \ cmiiI.ismiii'.: /u recetii .Meininiis''>aiis[aiisch c'ehen. leh will niehl d.u c.ni/.e -.trolle Problem der Mischehe aufrolleti. sondern die seelischen Schwierigkeiten heleuJiteii. die sieh ergehen, wenn tHielt ute nielit derselben Konfession entstammen. hie ..l iehe", die das Paar /.usammeiu;efulirt hat. stellt sich in ueleti I allen als K’aiisch dar. der nach I ur/ein hesit/ des begehrten .Menschen verfliegt, und dann merkt jeder \on ihnen, dali, durch verschiedene Konfession hetlimtt. sie- /u wcnii; (iemeinsaiites hallen. Ist nun dasl’aar ceistic und ethisch hochstehend, so lallt'sich wohl eine Harmonie hersteilen, aber das Innerlichste kann nicht \nllwertk ausyulost werden, da ihnen das (iluck versagt ist, (ieschelmisse. zu denen m erster K’eihe l eiertace gehören, miteinander zu verlebe». Nur gleiche Ihnpfintliincccti. die noch durch Kiiidheitseriiiiieruncen vertieft und veredelt werden, bringen Menschen restlos nahe. Man claiibt nicht, wie gerade die gemeinsame Konfession und all diese cehundeti. .1 u c e n d e r I e b e n. um beide I heleute liiibewullt das innigste Hand sJlllllst. In der mir \ nrscliw ebenden I he ist der Mann c-hrist. die I rau Jüdin. das älteste Kind, ein Knabe, der .nach sehnlichstem W unsche der Mutter, der Erhalter des Judentums hatte werden sollen, aber nach vorheriger Abmachung im (ilaubeii des \aters i r/ocen vvirj.1, und das /.weite Kind, ein Mädchen, nach der Mutter. Jüdin ist. Es naht der Jaumkippur hie Mutter, im Hanne des herannahendeii heiligen I aces. von dessen Heiligkeit ihre Nächsten. Mann und >ohn. nichts ahnen, entledigt sich vor Ueeinn dvsselhen aller Pflichten, und in ihr Inneres schleichen sich, wie so oft. Hilder aus ihrem Elternliause. >ie sieht \ ater. Mutter, die (iescliw ister und sieh diesem I age mit heiliger Scheu eiilgegeii- Harren. Hei ihnen allen waren die (ied.mketi vor diesem hohen Hulllage auf ein und dasselbe gerichtet, und jeder hegte für sich und den anderen Eieben den W misch, daII der I ag der Kasteiung ihnen wieder die < made ihres (iottes bringen möge. I >urch diese IvYminis/eii/ vv ird sie vv jeder einmal innerlich besonders erhellt, und siesieht ihr eigenes I laus, das sie mit einem andersgläubigen (intten teilt, im 1 ichte der W ahrheit. tiewill. sie hat nicht zu klagen. dali der Hatte sie nicht ernährt oder schlecht behandelt, aber ihnen beiden ist es schon so'und so oft /um HcwuUtsciii gekommen und von ihnen ausgesprochen worden, dal! das letzte Verstehen, das «i.in/ Ineinander- Aiiteeheii. wie es doch eigentlich bei 1111ei sonstigen Harmonie das (iegebene wäre, mehl vorhanden ist. und sie gestanden sich, dal! dies wohl nur aut das I eitlen des gemeinsamen < il.uiberis /uruck/uHihreii sei. Man sieht also, dali selbst in dieser auf I link uiitcebuuteit Ihe. das I duck des .,!.uisseins" fehlte und die unsjiuldicen Kinder, die blutsverwandt und zugleich blutstieind waren, ui verschiedene W'eltanschauungen gedrängt werden. Sie können restlos nie den Weg zueinander und zu dem andersgläubigen liteinteil finden, trotzdem alle vier Menschen bemüht sind, die nullere llapmonie nicht zu zerstören. I »ie I ragik diesesUescheheus liegt auf der Hand. Ich glaube, dal! dieses Helspiel Hände spricht, dali gerade die Peinheit des geschilderten Milieus dazu l>eiträgt, icdein klar zu machen, dali Ethik und I -ildimg das V erantvv ortlichkeitsgefuhl stärke» und heben müssen. /w<-j Menschen, die ein beglückv ndes Eamilienlebeu für sich und ihre Nachkommen erstreben, müssen eines (ilaubens sein, denn dieser gemeinsame Hesitzg schafft die <inmdlage zur (Jene i n s c li a i t . und diese gibt ihnen erst die (ielecenheii. die religiirse V ergangettheit immer und immer wieder lebendig zu erhalten. — Else Hlutnenthal. Hannover. „Die Tribüne der Frau" Tribüne. Tran Cerline C., Berlin. E'ür Ihr Töchterehen mochte ich zur Erholung den Aufenthalt in einer I amilie raten, die selbst Kinder besitzt, da ein nervöses Kind in einem solchen Hause am ehesten gesundet. weil ihm nicht zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie dies meistens durch die überängstliche Mutter z.umSchadeii des Kindes geschieht. I ran Agate Hirschbruch. I.einzig. Erau Cerline C.. Berlin. Wenn auch ein Heim zur Erholung für Kinder glänzend ist. so doch weniger nir ein n e rvoses Kind, weil dieses individuell behandelt werden niulJ. was man in einem Heim, wo so viele betreut werden müssen, nicht verlange» kann. Aus diesem (irunde mochte ich Ihnen den Aufenthalt in einer I amilie empfehlen. Erau Pr. S.. Berlin, ehemalige Lehrerin. Eran Louise K.. Berlin-Eriedenau. Mein Mann and ich haben bisher in unserem Hause, da wir beide es nicht vor uns gesehen haben, den Ereitag Abend nicht gehalten. Es brannten keine Sabbath-Lichte und auch sonst unterschied sich dieser Abend durch nichts von den anderen. Unser ältestes Kind, ein I>Jähriges Mäelelcheti. hat dies nie empfunden, doch unser Nialiriges Jungchen verlangt stürmisch, seit es zur Schule geht, den ..richtigen" Ereitag-Abend, w ie er sich ausdrückt. l im w ir ein Unrecht, wenn w ir ihm die Erfüllung versage», da wir uns und unser Hans gänzlich umstellen imiHteu V Niditjuden über ]uden II .i 11 C .i i n e. Wenn uh i'iii Itulc wart.- uh wurde stolz .itii diese l.its.uhe sein. Mol/, einer .dien k’.isse an/.tiüehorc». die viele dir crolllen .Männer Irervnreehr.uht. stolz auf eine Nation, die i-oji immer die eewaltice Wolle m dieser Welt spielt. Irolzikm sie weder einen thron, noch einen Konin. noch einen ''old.iteii. tini.li eine I Ile I..indes hesit/t. das sie ihr eigen nennen konnte. Slot/ aul eine Literatur. die in den heiligen Sshollen eine Erlial'eiiheil erreislit. nni der suh hem anderes Meisterwerk messen kann. Mol/ auf die < ielecenhcit. eine Kode m den KesinInnigen und dm Hmmhuneeii zu spielen. I'.t- I.isiim.i aus einem wjisim lande in ein Land, wo Milch und ttomg tlieli’. iim/uw andeiii. und vielleicht am allerstol/esten ul di» giohe «iliuh. den armen und unterdrückten luden in vieien Landern helle» zu können.