Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 39 (27.9.1871)
- Date
- 1871-09-27
- Page
- Seite 280 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 380 reu und charakteristisch übergebe. Es find die alten, die theuern Klänge, welche Jahrhunderte lang unfern Vätern Erbauung, Stärkung «nd Trost spendeten und bis auf die neue Zeit Grundton unseres Gottesdienstes geblieben. Noch heute klingen diese Töne aus einer glaubensfestenZeit mit ungeschwächter Kraft zu uns herüber; noch immer sind sie in vielen unserer Gotteshäuser die treuen Verkünder und Begleiter unserer Fest-Feier- und Bußtage; ncch immer leben sie im Her en von Tausenden unserer Glaubensgenossen und erfüllen sie mit Erhebung und Beseeligung. Gleichwohl haben seit mehreren- Jahren Ausübung und Pflege, Kenntniß-und Verständniß unserer alten Spragogcnmelodien wesentlich abgenommen, und nur vereinzelte und vergeblick e Versuche find gemacht worden, ihre Verbreitung unter Eantoren zu befördern und sie durch zeitgemäße Darstellung dem allgemeinen Verständniß näher zu bringen. Tie bis auf die neueste Zeit im Druck erschienenen Spnogogengesänge sind zumeist mehrstimmig gesetzt und zum Gebrauch für Ehorgesang verfaßt; die zahreichen Gebetstücke des Cantors, welche den bei Weitem überwiegenden Theil des Gottesdienstes ausmachen,'sind von den Derfasiern nur wenig beachtet worden und bleiben angehende Eantoren nach wie vor allein auf den mündlichen Unterricht angewiesen. Tie mündliche Ueberliefrrung aber, ron modernen Liedern nunmehr mannigfach durchbrochen, ist allmällig wankender und schwächer geworden und erweiset sich bereits _al§ unzureichend zu fernerer Erhaltung und Verbreitung unseres alten Synagcgengesangs; noch ein kurzer Zeitraum und er fiele der Zerstörung der Vergessenheit anheim. Ihn davor zu schützen, seinen reichen Mrlodirnschatz wieder an die heilige Stätte zurückzuführen, die er Jahrhunderte hindurch geschmückt und verherrlicht, ihn uns und der Zukunft zu erhalten und fruchtbar zu machen, ist die Aufgabe, welche ich durch Herausgabe dieses Werkes zu lösen strebe und zu lösen hoffe. Tie Sammlung enthalt nahe an 500 Nummern, umfaßt alle vom Eantor vorzutragenden Gebete und soll demnach ein Hilssbuch werden für Lehrer und Lernende, sowie auch zum Selbstunterrichte für Cantoren, denen es Gewisienssache und Amtspflicht ist, ein so bewährtes Erbauungsmittcl unserem Cultus ferner zu erhalten. Tie Gesänge sind einstimmig gesetzt, beanspruchen also weder besonderer Gesangeskrafte, noch höhere musikalische Bildung und setzen nichts voraus als eine mäßig gebildete Stimme, Kenntniß der Noten und der Liturgie. Indem ich mir hierdurch erlaube, Fach- und Gesinnungsgenoffen zur Subscription einzuladen, bemerke ich, daß der Preis des kompletten voluminösen Werkes, welches in elegantester Weise, und in gestochenen Noten hergestellt ist, 3 Thlr. nicht überschreiten wird. Nach Vollendung des Werkes tritt ein erhöhter Ladenpreis ein. Alle bis zum 15. Nov. a. c. eingehende Bestellungen werden zu dem Subscriptionspreis von drei Thalern expedirt; — später einlaufende Aufträge zu dem m i n d e st e n s um den dritten Theil höheren Ladenpreise. — Breslau, im Mai 1871. Eantor Deutsch, Gartcnstraße 22a. Wir empfehlen dies Unternehmen als rin für angehende Eantor sehr wichttges und hoffen besten Erfolg, wie wir an tüchtiger, sachgemäßer Ausführung nicht zweifeln können. Lehrervacanzen-Ltste 1) Osterberg. Schächter- und Lehrerstelle. Gehalt 180 Thlr. Meldungen beim Vorstand. 2) Löwenberg in Schl., Religionslehrer-, Cantor- und Schächterstelle, Gehalt 200 Thlr. Nebeneinkünftc 100 Thlr. Meldungen beim Synagogengemeinde- Vorstand. Robert Wellenberg. 3) Weh lau. (Ostpreußen.) Religionslehrer-, Vorbcter und Schächter, 400 Thlr., Meldungen bei L. I. Herzield, Vorsteher. 4) C ch l o ch a u, Lehrer stelle, 200 Thlr. und Nebcneinkünfte, Meldungen bei Lachmann, Neumann; Vorstand der Cyn.-Gcm. 5) Erziehungsanstalt der Julius Flersheimerschen Stiftung zu Fra n kfu rt a.M., Hauslehrerstelle, für Nachhülfe in den Unterrichtsfächern einer Realschule. Meldungen beim Tirector Dr. Jacob Anerbach, (Pfiiigstwcidenstraße 14.) in Frankfurt a. Bk._ Lehrer-Gesuch. In der israel. Religionsgerneinde zu Groß-Karben ist die Lehrer-, Schächter- und Vorsängerstelle vacant. — Gehalt 400 fl. fix. — Nebenaccidenzien erreichen die Höhe von 150 fl. 25 fl. Vergütung für Heizung des Echullokals. — Freie Wohnung. Bewerber belieben ihre ihre dehfallsigen Anmeldungen unter Einsendung ihrer Zeugnisse und Angabe ihrer seitherigen Wirksamkeit an den Unterzeichneten Vorstand einzureichcn. Der Cultus-Vorstand _I Strauß._ urch Berufung unseres Lehrers, Herrn Eckinann, nach Bernburg wird die Lehrer- und Cantorstclle hiesiger Gemeinde zum 1. Januar 1872 vacant; auch kann das Schächten mit übertragen werden. Reflcctanten wollen sich unter Anschluß ihrer Zeugniffe an den Unterzeichneten wenden. Schotten in Oberheffen, Sept. 1871. Der Vorstand der israel. Gemeinde. Seligmann Kaufmann. Bcranlwvnliche Redaclion und Berle-i von Joseph Klingenstein, Lehrer zu Ingelheim. Für den Buchhandel in l?o>'missten bei Lskar Leiner in Leipzig. — I. Gottleben's Buchdruckerei in Mainz.