Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 19 (10.5.1871)
- Date
- 1871-05-10
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4896751-5428704-5433794--3397-4899647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
152 — Israelitisches Asyl für Merven und Gemüthskranke in Sayn bei Coblenz Herrlich«, gesund« Lage im anmuthigsten Theile des RheiuthakeS. Behandelnder Arzt vr. Wigand. Liebevolle, freundliche Pflege im Familienkreise von M. Zacoby. Soeben erscheint in unserem Verlage: Jeschurim, Zeitschrift für die Wiffeuschast de- Judenthums. Verantw. Redacteur: vr. Jos. Kodak, . Stadtu. Distr.-Rabb. in Bamberg. Siebenter Jahrgang. 8631. _ Jnhaltder deutschen Abtheilung: Die rabbinische Romulus - Sag« von Robb. vr. N. Bruell. — Der OniaS-Tempel, eine historisch-archäologische Studie von vr. I. EgerS. Rabbi Sabatai Kohen von Rabb. David Halub. — Aktenstücke zur Geschichte der Juden^in Proßnitz van vr. M. Steinschneider. — Berichtigungen und Zusätze vom Redacteur. - Ä. Preis 1 Thlr. Der achte Jahrgang erscheint im October l. I. BreSlau, im Mai 1871. Schletter’icbe Buchhandlung (H. Skutsch). > Erklärung. In.Nr. 11 des deujährigen Jahrganges Ihres Blattes ist ein Attikel aus Lemberg erschienen, in dem es heißt, daß bei Beginn dieses Schuljahres von dem Direktor vr. Sternberg von den auszunehmenden Schüleni eine Aufnahmsgebübr von je elnem Gulden eingefühtt wlirde, und daß diese dazu bestimmt war. dem Lehrpersonate linker die Flügel zu greisen, und obgleich 800 fl. eingehobe« wurden, die Lehrer ganz leer ausgingen. - . Die Unterzeichneten. Lehrer an den drei hiesigen israelitischen Volksschulen, erklären hiermit, daß es eine Unwahrheit sei, daß eine Ausnahmsgebühr eingenihrt und eingehoben, daß ferner von jedem Schüler ein Gulden einzezahlt wurde; Vs ist blos das dotationsmäßig! genehmigte und vom hiesigen israel. Gemeindevorstande! für die verniöglicheren Eltern bestimmte Schulgeld mit 1 fl. 05 kr. für drei Monate eingehobeir worden, welches, wie die übrigen Einküntte der Schule, verrechnet und von der Behörde conttollirt wird. Wir fühlen uns verflichtet, diesen ungerechten Angriff aus unseren, der Hochachtung der hiesigen Gemeinde sich erfreuenden Direktor. Herrn vr. Sternberg, mit Indignation zurückzuweisen. Lemberg, den 25. April 1871. Salomon Rosenmcicr; N. D. Lev rech, Dirigent der städt. Volksschule; I a u b c l c s; Herrmann Rosenthal; Nathan Risercs; S. Schnepp; Michael Wolf; I. Sperling,- Religionslehrer; Ros e nstein; L.Volländer Ricsberg; LP. Grünes; Josef Barasch: I. L. Halst e r n. Nachbemerkung der Redaktion. — Wir haben nicht nöthig, zu bemerken, daß uns Penoncn und Verlmllniffe der israel. Lehrer Lembergs vollkommen fremd waren, und daß uns die betreffende Mittheilung aus einer Quelle zrikam, die uns um so zuverlässiger erscheinen mußte, als sie, dcni Anscheine nach mindestens ganz unbetheiligt ist. Wir haben nur, was wir überall thun, auch in diesem Falle thun zu müssen uns verpflichtet gefühlt: wir wollten dem Lehrerstande helfen, der nach den eigenen Worten des Einsenders dieser Erklärung in Lemberg „in der Tbat allseitig stiefmütterlich behandelt wird " Wir hoffen jedoch, daß mit dieser Erklärung und Ehrenrettung sich auch der Herr Direktor vr. Sternberg begnügen werde, um so mehr, als denr größeren Theile unseres Leserkreises Lembcrger Verhältnisse ganz ferne liegen, und daß Hern vr. S. sonach aus den Abdruck seiner eigenen Erklärung wobl verzichten werde. Wir gestehen^ daß wir selbst uns in das Gebahren dorten nicht recht hineinfinden können. Die Anschauungen und Gepflogenheiten unserer österreichisch-polnischen Brüder erscheinen uns io fremdartig: Intriguen so eigener, uns unverständlicher Att bergen sich hinter einfach klingenden Aeußerungen, daß wir uns darin nicht zurcchtsindeir können. Eins nur constatircn wir — und es ist genug, um Vieles zu verstehen, was uns sonst unverständlich bliebe und was unser inniges Mitleid mit unfern Collegcn in Lemberg — einer jüdischen Gemeinde von über 40,000 Seelen, einer Stadt von über 100.000 Einwohnern — - erregt: die israel. U nterlchrer haben dort 200—300 fl., die Qberlebrer 500 fl. Gehalt jährlich. Soll das zum „Leben" oder zum „Sterben" sein s Dber-Ingelheim, 2. Mar 1871. Die Red. des Isr. Lehrer. Verantwortliche Sikdaction und Vrrlra von Joseph Klingenstein, Lehrer zu Ingelheim. Für den Buchhandel in Kommission bei Oskar Leiner in Leipzig. — I. Goitleben's Buchdruckerei in Mainz.