Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 22 (1.6.1870)
- Date
- 1870-06-01
- Page
- Seite 177 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu Nr. 22 des „Zsr. Lehrers". B erieht dn UUsnee israelite universelle. (/iDgnnritiru israrlNilcheu Allian;) Aedc dcs ^»r. Alverl tzoö«: < ,"vcitfc»:»m»i veil Inn Hallpiblait > SU'uiuun tt'iv ju. Sljuii. Jpiev blüht 'scvuialnii, bic Cuumal heilige Stabt, aus teil Trümmern neu empor, Bor 16 Jahre», l*f>4, ba uiir Gott das Glück gewährte, bie Ctabt zu in ersten Male ,yi iehen, mib heute welche Bei ändern ug, iewohe in den Bauten int . ^itiiau und Aeußern der Stadt, als im Wohlstand, in Sprache und S itte! Alles arbeitet. Verschiedene Handwerke werden betrieben, Spitäler, Schnlen für Unaben und für Mädchen ersteheri und werden zahlreich besucht: überall bringen die ' zahlreichen drersenden Ideen mit und verbreiten sie, und die Inden sind die ersten, die, vermöge ihrer Sprachlenntnisse, mit all' den Leuten, welche Neu- oder Wißbegretde an diese Gestade sühn, in Verbindung loinmen. Im Lrrente sind die Inden die am meisten abendländische Nasse, wie sie in Europa die am meisten orientalische sind und so eine Verbindung zwischen de» beiden io verschiedenartigen Welten Herstellen. Unser themer Schristsührer, der unS bis Berlin begleitet hatte und wer einen, neuerlichen tiefen Schmerz dadurch Indern k.niite, daß er sich mit drm Schick- >ale unserer nnalücklichen Glaubenöbrüber beschäftigte, wäre sehr glücklich gewesen, wenn er mich bis Jaffa hätte begleiten und den Ursprung und Anfang der Acker bau-Colonie ^ehen können, die einen so erhübet en. Mknschnifreundlichrn, politischen Eharaktcr an sich trägt. Hier wird Alles Poelle für denjenigen, der ein Her; für solche Art d-r Genüsse mit sich bringt. Sebald man dir Nilmündunaen bei Damiette hinter sich gelassen hat und sich Port Saidnähert, verä: beit das Meer feine Farbe, und wird braun in lge des Sandeü, den dieser Strom mit sich führt. Nähert man sich hieraus den Küsten Syriens, so nimmt das Meer feine himmelblaue Farbe wieder an, der Himmel glänzt in seiner ganzen Klarheit, Jubäa'S Berge erheben sich zu Jaffa, daS amphitheatralllch gebaut ist, und sobald man zu den Thoren der Stadt hinaus ist, durchschreitet man ' über eine halbe Stunde lang einen Wald von Citronen und Palmen, die einen köstlichett Wöhlzeruch verbreiten. Da wo der letzte Citronenbaum wurzelt, fängt! mit der Ebene Saron das von der türkischen Regier! rung der Alliance Israfelite universelle abgetretene Land an: 2t0 nXorgen d-ö fruchtbarsten ÄUuvialbcdcnS, von der nach Jerusalem führenden Fahrstraße durchzogen, einerseits ein Flüßchen, anderseits das arabiscke Dorf Jason. Auf diesem Platze trafen sich am 8. November der Kaiser vrn Oestrrrcich und der Kronprinz von Prcußrn und wvihrtcn so, ohne es zu wissen, durch eine balbstündi e politische Conferenz unsere zu» künftige Cclcnie ein. Hier werden wir, unter der Leitung unse'kS eifrigen FrrünveS Hrm Netter und eines geschickten Ackcrbaukändigen Hrn. Boulard, eine Ackerbauschule errichten und mit der Hülse GottcS die Kinder unseres Volkes zu ihres uralten Lebensweise zurück- | führen. Möchten sie dereinst wiederum im Schallen ihrer Frigeir- und O'.ivcnbslumc sich auSiuhen können! Ihnen, thkucre, Präsident, must ich eine ganz persönliche Erinnerung in'a Grdächtniß rufen. Sie waren der erste Jsraelite, de» ich vor bald 34 I hren zu Pari» sah. Ich kam Freita t Abend am l. Juli 1836 1 zu Paris an und Samstag Morgen am 2. Juli überbracbte ich Ihnen einen Briet. Seit dieser Zeit schloß ich mich, inmitten schwieriger Zeitoerhälinisse und al« 1840 die jüdische Sache angegriffen und in Gefahr war, gerne Ihren Ansich en an, besolde und unter- | stützte Jbtr Ideen. DaS politische Leben ur>d andere Zwischen fälle entfernten unS zuweilen von einander; aber seil einigen Iahten kehren Sic zu Jh er alten Liebe zurück, Sie'verjüngen, sich im kriegerischen Eifer für eine Sache kämpfend, die uns gemeinschaftlich, die breimal heilig ist. Dieß kommt daher, w il der in der Jugend/-ausgestrcute Same ganz besonders im Alter znm Vorschein kommt. Im Aller, wo die Eitelkeiten des Lebens allen Werch nir uns verlieren, treten die göttlichen, die erlntbenen Ideen hervor und strahlen in ihrem vollsten Glanze. Sie sagten uns so eben, theuerer Vräsideitl. daß 'Sie bis zu Ihrem letzten Hauche Mitglied der Alliance fein würden: wir weilen hoffen, daß dieß noch iehr lange iei und daß wir zusammen da-r oHüct geiließen, Israel allenthalben frei und geachtet zu sehen. Was mich betrifft, jp bin ich jetzt 55 Jahre alt und ich hoffe, Jerusalem noch den Sitz der Cullur und d^es Glückes werden stt selten, die ihm gebühren; — nicht, als ob wir Alle dahin znrückkehrtcn, »vir find zu zahlreich geworden, als daß wir Alle in seinen Mauern Platz finden könnten. Aber warum sollten die Völker, dankbar für die Grundsätze der Wahrheit und Menschenliebe, die durch unsere Verniittlung ihnen zu Theil geworden, »ich nicht mit uns vereinigen, um ein Haus zu errichten^ das zwar nicht das Haut