Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 12 (24.3.1869)
- Date
- 1869-03-24
- Page
- Seite 95 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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95 Stelle der „Menschenschulen" setzen will; für die oie Errungenschaften unserer Zeit, der Grundsatz der „Gleichheit für Alles, was Menschenantlitz trägt, nicht verbanden sind. Die Elementarschule muß fürAlle gleick und dieselbe sein. Sie kann sich nur auf dem gleichen Boden bewegen, muß die gleichen Grundsätze befolgen. „Wissenschaftlichkeit" und Elementarschule sind Gegensätze. Wenn der Herr Verfasser daher meint, daß nur in den höheren Lehranstalten .glicht nur Fertigkeit im Rechnen, sdndern auch eine vollständige lieber; zeugung von der Richtigkeit der arithmetischen Operationen erzielt werden soll", so ist er auf dem Holzwege. Das muß in jeder Schule geschehen. Durch seine Schrift ist jedoch Klarheit für diese Ueberzeugungen nicht zu erlangen möglich; es müßten denn wirklich die Schüler „höherer" Lehranstalten, also „höherer Klassen der menschlichen Gesellschaft" auch höher organisirt sein, als wir andere gewöhnliche Menschenkinder. Wenn man nämlich schon auf S. 9, „vom Äbschreiben der Zahlest" einen Satz liest, welcher lautet: „um eine dictirte Zahl, welche Millionen, Billionen u. s. w. enthält, mit Zistern zu schreiben, schreibt man von einer jeden Klasse nur die Anzahl der Einheiten, setze aber einer solchen Anzahl, wenn sie nicht die zuerst Genannte ist und nicht aus sechs Zistern besteht, so viele Nullen vor, bis sie sechszisterig ist," so wird einem von alledem so dumm, alS ginge Einem ein Mühlrad im Kops herum. Oder: „1. Fall der Subtraktion oder das Einsooneins. Das Einsvoneins umfaßt alle SubtractionSbeispiele, deren Reste sich mittels des EinSundeinü finden lasten cder: „Wenn man vom Dividende eine Zahl von der Linken zur Rechten absondert,; welche durch bet«. Divisor dividirt einen einzistrigen Quotienten gibt und demselben so viele Nullen anhängt, als der Dividend noch Zistern behält, jo hat man den höchsten Summanden des Quotienten." Das nennt man Ueberzeugung bieten für Schüler von vielleicht ö Jahren? DaS müssen wirtlich „höhere" Lehranstalten sein,! wo derlei gelehrt und gelernt werden ta!nn. Die Einheiterechnung kennt der Verfasser nicht, sonecrn nur die veraltete Form eer Regeldetri. Bericht (Bulletin) der Alliance Israelite Universelle. Generalversammlung vom 14. De;. 1888. iForrsenung. > Kerne dieser Versprechungen war erfüllt, als das Mij nisierium Bratiano fiel. Die Männer, aus denen das neue Ministerium besteht, haben! den von ikren Bvrgängern . gegen die ISraeliten ergriffenen Maßregeln lebhaften Widerstand entgegengesetzt. Sie können dieselben nickt bestehen lassen, und der Minister des Innern übernimmt die Berbindlickkeit ibrer Abschaffung, indem er in einem an die Präfekt:» erlassenen Rundschreiben von dem Schutze spricht, der obnc Unterschied deS Glaubens allen Bewohnern gebührt. Die Israelsten ivcrden ihre bürgerlichen Rechte wieder erlangen, aber dies gcnügr nicht. Um die Ruhe eines Landes zu sichern, in welchen» die verabschcuungswerlbesten Leidenschaften gegen die Juden aufgeregt worden sind, um ihre Ehre, die durch eine im Dienste dieser Leidenschaften stehende Politik so schwer verletzt worden ist, wieder herzustellen, inuß die Ruinänische Regierung der Religionsfreiheit eine definitive Weil?c dadurch verleiben, daß sie auch das 2 t a a t s b ü r g e r r e ck t der Israeliten feierlich anerkennt In Serbien werden die politischen Einrichtungen geändert , die neue Regierung beabsichtigt, dem Lande ein * System der Freiheit zu geben, welches auch auf die Lage unsrer Glaubensgenossen Einstuß haben wird; wir können unmöglich glauben, daß die Ersetze das Recht aller Serben in Schutz nehlnen und dabei die Israeliten sogar des RechtS beraubt lassen, im Innern des Landes frei hin und her zu reisen. Wir haben den Regenten Lerbien's die Klage unsrer -Glaubensgenossen übermittelt. Unter der vorigen Regierung mehrmals erneuert, werdest sie auch diesmal wieder Lurch die Großmächte.unterstützt werden. Diese Unterstützung und der Freilvitssinn der neuen Regierung Serbiens beleben unsere^Hossnungen für unsere unglückliche» Glaubensgenosscn. In Rußland sind wir vermittelnd cingetreten, indem wir für den Letzten derzu Saratow Berurtheilten um Gnade baten. Es waren ihrer «53, angeklagt, zwei Ehristentinder ermordet zu haben; Borwand der Anklage war abermals.jene schändliche Erfindung eines blutigen Religionsbrauches, welche die Heiden meist gegen die Ebristen aufbrachten, und die von diesen gegen die Juden gekehrt wurde/ Die Ungereimtheit der Beschuldigung, die für beide schon so oft verbängnißvoll geworden, rettete diese Unlücklichen nicht: sie wurden Alle 'zu lebenslänglichem.Gefängniß vernrtheilt. Eine unsrer ersten Unternehmungen nach der Gründung unsrer «Gesellschaft war es, die Wiederansiiabme dieses Prozesses.zu veranlassen; wir konnten sic nickt erlangen, die Berurtheilten sind todt, Alle mit Ausnahme des IuSkewicz; er lag noch im Gefängniß, gebeugt unter der! Last der Jahre, blind; seine Familie bat uns, beim Kaiser j von Rußland Fürsprache einznlegen, um Gnade für ihn;u erlangen — sie wurde uns gewährt. Jetzt ist unsere Aufinerksainkeit auf die Lage der Israeliten in Rußland gerichtet. Das Innere dieses Landes ist tlttt einer geringen Anzahl von ihnen geöffnet; sic sind zu große» Massen in Polen angebänn, wo sie wenig Hülfs-