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Der israelitische Lehrer · 1866-05-24 · 21 (24.5.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
21 (24.5.1866)
Date
1866-05-24
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Extra-Gellage jum „3sr. Lehrer" Ur. 21. Alsheim, aut 14. Mai 1866. Bor ungefähr 3 Monaten ersuchte ich meine CoUegen und Freunde Singer in Frankenlhal, Natban in.Gernsheim und'Heß in Flörsheim, sich mit mir zu vereinigen, um unser« wackeren Klingenstein zu seinem 23jährigen Amtsjubiläum eine Freude zu bereiten, ihm für sein Wirken und Arbeiten für uns und unsere Angelegenheiten die ihm gebührende Achtung, Anerkennung und Dankbarkeit zu bezeigen. Meine genannten Freunde gingen mit Vergnügen ans meine» Vorschlag ein und wir versandten einen Ausruf an unsere deutsch-isr. College», der auch von den Herren Krämer in Altcnmuhr und Westheim in Abterode unterzeichnet war, worin wir dieselben ersuchten, Geldbeiträge zum Zwecke des Ankaufes eines Ehrengeschenkes für den Jubilar einsenden zu wollen Unsere Hoffnungen und Erwartungen wurden nicht getäuscht. Dir meisten Colllegen aus Nah' und Fern betheiligten sich mit Bergnügen und begleiteten ihre Beitlsäge mit den anerkennendsten und wärmsten Worten für dqn Jubilar. So wurde cs unS möglich, für denselben^ mehrere Werthpapiere und ein kleines Andenken von Silber anzukaufen. Ich hatte die Kollegen aus der Nähe auf den 6. Mai zur Mitreije nach Odernheim eingeladrn lind fanden sich dazu ein die Herren: Lehmann, Direktor einer Handelsschule in Neustadt a. d. H., Bender in Osthofen, Oppenheimer aus Darmstadt, Heß auS Flörsheim und Sonnenberger aus Bechtheim; Singer aus Frankenthal und Nathan aus Gernsheim wurden zu ihrem und unserem Bedauern durch unvorhergesehen eingetretcne Hindernisse verhindert, an der Festlichkeit Theil zu nehmen. ES war ein herrlicher Maimorgen, an welchem wir unsere kleine Tour antraten, rings um.uns blühende Felder, klarer blauer Himmel, singende Vögel, überall Freude, Leben und Bewegung; auch unser Herz wurde freudig, bewegt, nicht allein ob der Schönheiten der Natur, sondern auch wohl heute insbesondere wegen des schönen Zweckes, der uns;»- jammenführte. Wollten wir ja einem stets rüstig arbeitenden braven Bruder und uns selbst einmal einen recht frohen Tag bereiten. Wir kamen in Odernheim an, begäbe.i unS zu unserm christl. Collegen Heinrich, der stets daS wärmste Interesse an unseren Bestrebungen genommen und nimmt und der Klingenstein ein langjähriger treuer Freund ist. — Die Herren: Rabb. Dr. Nothschild aus Alzey und College Brandeis aus Wörrstadt kamen zu uns und begaben wir uns dann in das HauS des Jubilars. Der Unterzeichnete verlas nach einigen einleitenden Worten folgende von ihm verfaßte und geschriebene Adresse: ES gereicht uns zum größten Vergnügen, Ihnen zu Ihrem heutigen Jubeltage, dem Tage, mit welchem 25 Jahre Ihrer Wirksamkeit als Lehrer abschließcn, unsere innigsten Grrhrtrster Herr Wege (X Glückwünsche darbringen zu dürfen. ES freut unS, dies« Gelegenheit zu haben, um Ihnen sagen zu können, wie sehr wir Ihr Streben und Wirken, Ihre Aufopferungsfähigkeit für die Schule und deren Vertreter anerkennen und schützen, und wie wir Sie darum achten und lieben. — Haben Sie ja, außer Ihrer segensreiche« berufliche» Thätigkeit als Lehrer, es sich zur Aufgabe gemacht, auch für das Wohl des Allgemeinen, insbesondere zur Kräftigung und Hebung des Schulwesens, für Einigung und Verbrüderung de« deutsch-israelitischen Lehrerstandes mit aller Kraft upd Hingebung zu wirken. Dies haben Sie in dem von Ihnen gegründeten und geleiteten Organ „der Israelitische Lehrer" durch das Wort bewiesen, es tritt uns aber noch deutlicher als Thal in dem von Ihnen gegründeten „Unterstützung»« verein für isr. Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland" entgegen. Stehmen Sie darum," geehrter Herr Jubilar, an Ihrem heutigen Ehrentage unscrn tiefgefühltesten Dank für. Alle-, was Sie bis jetzt für uns und unsere Sach« gethan! .Wir möchten nun diesen einfachen aber nichtsdestoweniger au» dem Herzen kommenden Dank auch durch die Thal beweisen, und bitten wir Sie darum, dieses beifolgende kleine Angebinde als ein schwaches Zeichen unserer Anerkennung vo« uns annehmen zu wollen. Wir kennen Sie, und wissen darum auch, daß Sie dabei weniger auf den äußeren Werth, als auf die.Gesinnung sehen, aus welcher dasselbe entsprang. Es sei nur eine kleine Entschädigung für die vielen Opfer, die Sie für uns schon gebracht. Und so bitten wir denn schließlich den himmlisch« B«- irr, er möge Sie auch fernerhin in seinen Schutz nehmen, Sie im Kreise Ihrer Familie gesund und rüstig erhalten, damit Sie, wie seither, so auch zukünftig, in ungestörter Manneskraft zum Wohle Ihrer Gemeinde, zum Wohle der Schule und Lehrer fortarbeilen, Ihr 50jährige» Jubiläum eben so freudevoll, wie das heutige begehen und dann mit dem Bewußtsein treuer Pflichterfüllung und dankbarem Aufblicke zu Gott aus die Vergangenheit zurückblicken können. In Achtung und Liebe verbleiben Ihre treuen AmtSgenoffen Im 'Namen von 112 Lehrern Deutschlands: ft. Marx. I. Singer. <S. Nathan. I Heß. I)r. Nothschild. Ignaz Lehmann. Braudei». H. Oppenheimer. S. Sonnenberger. Edelmuth De» 6. Mai 1866. i Dann übergab ich dfe Ehrengeschenke. — Herr Dr. Nothschild sprach nun in beredten und warmen Worten dem Jubilar seine Anerkennung! für sein Wirken auS. Er thue dies, wie er sich ausdrückte, weniger in der Eigenschaft als Rabbiner, oder als Präsident des Unterstützungs-VereinS- Comites, sondern spreche vielmehr als Freund zum Freunde. Lehrer Heinrich aus Odernheim brachte ebenfalls ein kleines

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