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Der israelitische Lehrer · 1865-05-11 · 19 (11.5.1865) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
19 (11.5.1865)
Date
1865-05-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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£t r* If Der JferactiÜHchf Iekrer. Zeitschrift für die gesummten Interessen des israelitischen LehrerstandeS und zugleich z, ü ' Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrerb Wittwen und -Waisen in Deutschland. i ---- N°. IN. Mainz, den 11. Mai 1865. .(Fünfter Jahrgang.) t-;ir ■ - 1 ■ 1 . J*' L öckikiitlick 1 Rümmer. BierteljäbrUcher Rboimement^preis 27 kr. -- Thlr. Bei franNrter Zusendung unter tkreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. - l> Anzeigen zu 1 Egr. die Petttzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. d > i ■ ■ . in—. ■ i ■ ■ — elieber die Verbindung des geographischen , * mit dem geschichtlichen Unterricht in der I , . Volksschule. Von W. Ablaut in Treis a./L. -(Fortsetzung.) . Soll der Unterricht allseitig sein, so darf er nicht , lei cht ein für's Leben nothwendiges und nützliches Fach entbehren. Was ihn (den Lehrer) itfyT ober in den Stand letzt, den Unterricht allseitig zu gestalten, in kurzer Zeit Viel zu leisten, sind die Verbindungen der naturgemäß zusammengehörigen Fächer, wodurch er für andere, nicht so leick.1 zu assccirende, Zeit und Kraft (zwei mächtige Hebel) gewinnt, wozu noch kommt, daß durch eine zweckmäßige! & und natürliche Association sachlich-verwandter Gegenstände i in kaum der Hälfte der Zeit weit entsprechendere und j lohnendere Resultate erzielt werden, als wenn er dieselben! ^iiolirt unterrichtet hätte, indem sie sich dann durch gegen- > Mseitige Ergänzung Halt- und Stützpunkte unterlegen. Nehmen 1 Jfinir hiesür als Beleg rubncirte Fächer: Geographie! und Geschichte. Gesetzt, die Unterrichtszeit erlaube nicht,! mehr als eine Stunde wöchentlich auf den Unterricht beii der Objecte zu verwenden (bei Versrhung von Filialen, . wie dies ja bei sehr vielen Lehrern der Fall ist, kann das leicht Vorkommen,) was auf 1 Gegenstand Vr Stunde betragen «ürde. Ich weiß, daß man in 1I> Stunde nicht Viel leisten., kann; men verbinde aber beide und wird, bei gründ-; lichem Unterrichte, dafür bürge ich, 3 und 4fach stärkere Resultate gewinnen. Liegt doch eine Verbindung des geographischen und Geschichts-Unterrichtes ganz in der Natur der Sache begründet. Denn die Geographie lehrt das Kind den Schauplatz weltgeschichtlicher Ereigniffe, die Werkstätte ^.menschlichen Strebens kennen, während die Geschichte diese « Weltgeschichtlichen Ereignisse, jenes menschliche Streben" ff . selber lehrt: die Geographie belehrt uns über die Allmacht Und Allgüte Gottes, die solche ungeheure Körpermassrn '. hervorgedracht, während die Geschichte an der Hand dieser Erkenntnisse uns einsührt in die Entwickelung und Gestalrung der Wesen, welche diese Welt bewohnen, es uns auf jedem ihrer Blätter klar vor Augen führt, daß jene Allmacht und AUgnte, jenes göttliche Walten und Schaffen, sich weniger, weit weniger noch in der todten Masse, als vielmehr in der Entwickelung und Gestalung des menschlichen Lebens, immer zum gedeihlichsten Ziele führend, bethätigen. Erweckt jenes gewaltige Schaffen eines erhabenen Willens Staunen und Ehrfurcht, so ist es bei der Geschichte hauptsächlich die Liebe, die sich jenen würdig anschlirßt' und sie erst lebensfähig macht. Es leuchtet ferner ein, daß' mit dem Stück Land, (z. B. der Heimath) an dar sich' meine folgereichsten Erlebnisse und Bcgegnisse ankrtte, dieses Stück an Bedeutung und wirklichen Gehalt erst gewinnt; und so bedarf es noch nicht immer meiner eigenen Erlebnisse, um mir den Ort, wo sie sich ereignet, als ^Heilige- Erdreich" erscheinen zu lassen. Jedenfalls ist es Faktum, daß Orte — Thaten und umgekehrt Thatm — Orte gleichzeitig erfordern und daß, wenn Eines fehlt, das Andere an Bedeutung verliert; denn noch muß mich Benennung des Ortes an die That und Bezeichnung der That an den Ort der Scene erinnern nnd dahin versetzen. — Es bleibt auch nicht zu beweisen, daß in der Wirklichkeit beide Begriffe itcndlsch sind (?), oder, wenn man will, in engster Beziehung, im engsten Zusammenhang stehen und gar nicht andergedacht werden können; es bedarf darum auch keines Beweise-, daß der Volksschulunterricht, wie Eingangs angegeben, eine solche Gestaltung erhalten muß, daß das mit Rücksicht auf die Praxis am besten ausacführt und vermittelt werden kann. Hierin aber liegt darum schon der nöthige Erweis für die „N o t hw e'nd i g kei t" eiper Asiociation sachlich-verwandter Lehrobjekte in der Volksschule. Aber ganz abgesehen hiervon gibt es für den Volksschullehrer noch andere bestimmende Factoren, welche ihn zur Abkürzung oder Vereinfachung, zu intensiver Thäligkeit in seiner Werkstätte nölhigen, und diese sind; Kürze der Zeit und Gedächtnisübung. Ich würde und müßte darum, von meinem Standpunkte aus, jene Verbindung, in Rücksicht auf diese mahnenden Factoren, selbst die Natürlichkeit einer solchen Association und die Zusammengehörigkeit der Objecte außer Acht lassend, befürworten, um im Unterrichte auch noch überall das Monotone,

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