Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 3 (19.1.1865)
- Date
- 1865-01-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Der IsrgMiscke Iekrer.?teitkidri!kt Zeitschrift für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstarsd ' mb zugleich Organ für den, Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israeliti Wittwen und --Waisen in Deutschland. >es cher LehrerLehrer- N°. Mainz, den IS. Januar 1865». (Fünfter Jahrgang.) ÄLöll'kntlich 1 Rümmer. BicrteljäbrliLer.Adrnnemrntsprei» 27 kr. Anzeigen zu 1 feroT. die Petitzeile. Bestell!> — Lhtr. Bei srankirter Zusendung >ngen nebmen alle Postämter und Buchhanl l!ter tireuzband jäbrlich 2 il. 12 kr. lungen an. Noch einmal über den Unterrickt im «Hebräischen. Von E. in E. I.! Der früher von Ultrareiormern gehegte und gepflegte , Wunsch, daß der isr. Gottesdienst ganz in der Mutterjpn che abgehalten werden möge, hat wohl ziemlich allgemein der j Ueberzcugung den Platz geräumt, daß dem deutschen t:lemente ein bedeutender Einfluß zuerkannt werden müsse, die j hebr. Sprache aber nicht ganz verdrängt werden dürfe. Cousequentcrweise muß auch die Jugend, welche jetzt und spc ter! am Gottesdienste Theil nehmen soll, im Hebräischen un er- > richtet werden. Da kann kein Widerspruch obwalten. Puf; was aber dieser Unterricht sich beschränken, oder in welchem Maße er sich (auch aus andern Gründen) ausdehneu soll, darüber gehen die Ansichten weit, weit auseinander. Zeige dessen sind unter anderm auch die Abhandlungen, welche dieses Betreffes im „Isr. Lehrer" erschienen sind. In düsen Aufsätzen sind mir aber Behauptungen, Gründe, Hoffnun;en und Befürchtungen begegnet, die mir die Frage ausdrängten: welche Art von Schulen haben denn die Verfasser im Auge? — Hier wird vielleicht mancher Leser fragen: welche andere Schule, als die israelitische, kann denn gemeint sein? >— f och es gibt ja Knabenschulen und Mädchenschulen; isolsrte eligionsschulcn; Schulen mit getrennten und andere Mit vereinten Claffen, d. i. mit allen Jahrescoursen unter Einem Lehrer vereinigt; und da nnd wieder Schulen mit 12—15 und etwa noch ein Paar Kindern und andere mit 4"—50 und mehr Kindern. Und von allen diesen Schulen solltedieselbe Behandlungsweise, dasselbe Urtheil gelten? Am Auffallendsten war mir Ziffer 2 in Nr. 48 des „Isr. Lehrer." Herr, oder Frau oder-Fräulein W. in W. würdigt mit richtigem Takte die Erfolge, welche die meisten Knabm von ihrem Hebräischen erzielen, sagt aber doch: „dieMäd- „chen dürfen das vom nicht lernen, weil der Inhalt mchre- „rer Stellen der Thora unpassend für sie ist und bei „der mirn mnp kein Wort überschlagen wird. Das weib- „liche Geschlecht erfordert in r iesem Punkte mehr Berücksich- „tigung, als das männliche/ Bei dieser für das weibliche Geschlecht reklamirten Berücksichtigung und der ihr zu Grunde liegenden Befürchtung oder Hoffnung, der Schulunterricht werde die Schülerinnen dahin bringen, daß sie z. B. “ien ncyD oder viv nu3 n»yo aus der m-nn nxnp erfahren, wobei sie condemnirt wären, daran Aergerniß zu nehmen, mußte ich in der Thal lachen. Wer diese Befürchtung', welche in ihm aufkam, in den Annalen des isr. Schulwesens von 1864 niederlegt, noipsi raseo yv «i>. ]| Ich habe Die Erfahrung gemacht, daß zuweilen die fleißigsten und gewissenhafteren Lehrer wegen des Unterrichtim Hebräischen von gewissen Seiten her mit mancher Unbill ^drängt und zu solchem Unfug gedrängt werden, daß ich sie, wenn sie gegen ihreUeberzeugung sich doch dazu herbeilaffen 3^33 rpDi 'n 'wy m« (Jenem. 48, 10) rechnen möchte. Ich gebe aber auch zu, daß ein andermal der kundige, wohlmeinende Lehrer aus pädagogischen und didaktischen Gründen — ohne sich von der Befürchtung des Weh in Weh (W. in W.) betäuben zu lassen zum Besten seiner Schule die Mädchen beim Unterrichte in dem Pentateuch zuziehen kann, weil eben nicht ein Plan für'alle Schulen, nicht einmal derselbe Plan in derselben Schule für alle Jahrgänge paßt. Soll und muß das Hebräische getrieben werden, so muß dazu eine wohlüberdachte Einrichtung getroffen werden^ und wenn dieselbe auch nicht immer so zweckmäßig getroffen werden kann, als die Theorie der Pädagogik erfordert, so ist zu bedenken, daß man sich in der Praxis behelfen muß, so gut man kann. So wird also — meine ich — das Hebräische manchmal betrieben werden müssen, obwohl die Zeit andern bei weitem zweckmäßigen! und heiligem Gegenständen abgetrotzt wird. Da gilt die Devise — ion ^33 rray -a-6 .i^dn injn. Allein obwohl die „jüdische" Erziehung die Betreibung des Hebräischen bedingt, so ist doch der religiöse Geist der Schule und des Hauses nicht einzig davon abhängig; es ist ein Medium, durch welches auf die jüdisch-religiöse Bildung gewirkt werdm soll, aber es ist Gottlob nicht daS einzige, ausschließliche. Damm muß jedmfalls von allen rigorösm Ansprüche»