Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 8 (19.2.1863)
- Date
- 1863-02-19
- Page
- Seite 32 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4896751-5428748-5431180--0454-4897130- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
32 feen weiteren Urtheile nichtvorzugreifen, nur demerkt, daß auf Wunsch einer Vcrlagshandjung sich bedeutende Fachmänner, die um ein unparteiische« Uriheil (ohne daß der Berfafier davon wußte) bcfragt wurden, sich dahin äußerte, daß das Werk nur antznenipfchlcn sei, die Erzählung sei sehr schön gehalten :c. \ Durch die Verbreitung dieser Schrift können sich die Herrn Lehrer um den Verein Verdienste erwerben, da ein Drittel des Betrages aller abgesetzten »nd durch den Verfasser vermittelten Exemplare der Dcreinökaffe' zufließcn soll. Diejenige Herren, welche-in ihrem Kreise entweder direkt oder indirekt eine SubscriptionS-Sammlung veranstalten wollen,'erhalten auf Zuschrift an den Verfasser eine Subscriptionsliste nebst Freieremplar, und werden bei einigem Erfolge jedem SubscriptionS-Sammler Extra-Gebühren bewilligt- Was ein guter' Wille vermagzeigt ein Beispiel: rS hat nämlich ein Privatmann in seiner Gemeinde und deren Umgebung über 40 Exemplare untergebracht. — Falls also die Herren Eollegen das Unternehmen werth finden, collcgialisch zu fördern, so liegt es in ihrer Hand, der Lehrer - Vereinekasie eine Einnahme zozusühren, und nebenbei den Verfasicr des „Eette" zu ermuntern. u m f eh a u. Aus Warschau berichtet man vom 31-. Jan., daß die im Gostynin'schen stehende Bände die Stadt Socharzew angegriffen, und'diese, da die Israeliten angeblich mit den Ruffen gemeinsame Sache gegen die Polen machten, von deu Insurgenten niedergebrannt worden ist. Biele Juden söllew. erstochen und verbrannt sein. Immer und immer wieder die Solidarität, unter welcher die Israeliten in den Zeiten der Aufregung - in politischen Dingen leiden! — - . - ■— Das F. I. bringt -einen Artikel, wonach der gewiß billige Wunsch ausgesprochen wird, daß — bei den nun bald zu regelnden Punkten, in welchen eine Acnderung der Verfassung in Frankfurt bevorstehet, — auch, die Gleichberechtigung der Bürger des israel- Religionsbekenntnisses wiederhergestcllt werde. — In der Schwei; bat-sich-ein „Eulturverein der Israeliten" gebildet', der gegenwärtig nahezu 140 Mitglieder zählt. Die Ausgabe desselben wird in dem nächsthin zu entwerfenden Statut erörtert werde». Wir sehen, was bei uns in unseren von Juden bevölkerten Gegenden für unmöglich gehalten wird, nndet in der an Juden armen Schweiz begersterte Ausführung. - — Die hessische Kammer wird am 24. d. M. wieder zusammentreten, und ihre Verhandlungen alsbald mit dem „Religionszesetz" eröffnen. Sind die Juden hinzu gerüstet? Was ist zur Wahrung unserer Jntereffen geschehen? (—Die Frage über das Religionsschulwesen, die unseres Erachtens mindestens eben so -ut in dies Reffort als.in baS der Schulftage einschlägt, wird, sich an die Petition Otteusojers andschlirßeud, jedenfalls erörtert. Zu diesem Behuse wünschten wir im Besitze der Bestimmungen über das Religionsschulwesen anderer Länder zu sein, um dem Referenten in der Lämmer davon Vorlage machen zu können. Wir ersuchen unsere geschätzte n Eollegen aus Baden, Kurhess.en, Hannover und Bayern rc., um schleunigste Mi.ttheilungen in dies,em Betreffe, natürlich so kurz und. bündig als möglich. Red.) Anekdoten. Ein Rabbiner, der seinen Mangel an gediegener Bildung durch übergroßen Eifer für abgelebte Bräuche zu ersehen suchte, und in seiner Gemeinde wenig beliebt war, ließ sich einmal in einer Predigt, in der er den Gebraucb der Frauen, ihr eigenes Haar offen zu tragen, 'charf tadelte, zu der Aeußerung hinreißen: „Die Frauen, welche ihr eigenes Haar tragen, solle der ]0& holen!" Die Ehemänner der so Beleidigten setzten ihn darüber zur Rede. Er konnte es nicht läugnen und sich auch nicht rechtfertigen und sagte daher: „Ich habe es gesagt I Was soll ich jetzt thun? ich kann nichts thun!" „Ach ja, sagte Einer der Männer, Sie können schon etwas tbun." „Was?" Gehen Sie zum zvv und lassen Sie unsere Frauen in Ruhe!" In alter Zeit war es Brauch, daß, wenn reiche Leute ihre Söhne in die Fremde schickten, sie ihnen von dem Rabbiner einen Empfehlungsbrief in Form einer -an mitgeben ließen. Einsmals hatte ein Rabbiner einem solchen Jüngling eine solche ertheilt, der in den Religionswiffcnschaften ein wahrer Idiot war und in der gleichwohl die Worte standen: cnt>x non. Als der so Empfohlene einmal bei einem Rabbiner einer großen Gemeinde, der überdies ein Jugendfreund des zcugnißertheilenden Rabbi war, seinen Brief präsentirte,_ nahm er ihn auf's Freundlichste aus, stellte ihn in der Synagoge neben sich und lud ihn über Sabbat zu Tisch. Am Vorabend war der Gast sehr schweigsam, wich jeder Diskussion über gelehrte Gegenstände streng aus und ging. Als dies zum Staunen des Wnths auch beim Morgentisch so sortging, suchte er seinem Gast auf den Zahn zu fühlet! und fand den vollendeten n"j/. Am andern Tag schrieb er an seinem befreundeten Eollegen, drückte ihm seine höchste Mißbilligung ob solchen Verfahrenaus und bat um eine Erklärung. Diese erfolgte auch dahin: „Bon den Engeln heißt es, schrieb jener, sie riesen:?vraa D*pD .tx Wo ist die- Wohnung von Gottes Herrlichkeit?" Die Engel wissen also nicht, wo Gott wohnt, und dieser junge Mann weiß auch nicht, wo Gott wohnt. Eine Frau, die mit gebrauchten Kleidern handelt, brachte eine fast ueue Mantille nach Hause. Das ganze Hauspersvnal bewunderte sie, und ihr Mann sagte, Frau! die könntest, du fast selbst tragen. Die dabei stehende christliche Magd sagte: ich möchte sie wohl nehmen, worauf der Sohn des Hauses scherztait sagte: Nun „die hat nxjtp nxjp." „Was, schrie die Magd, „eck hew kene Senne (Sinne)! Du magst kene Senne habbe." Lehrervacanzenliste. Einmalige Ausnahme 9 kr. 2'/2 Sgr. '"WU Die Religionslehrer- und VSrbeterstelle zu Nieder-Olm im Kreise Mainz. Gehalt 250 fl, freie schöne Wohnung und Heizung. Nebenverdienste. Schechita 70 fl. Zur Förderung auch der materiellen Jntereffen der Lehrer und zur Hebung unserer Lehrervacanzenliste wollen wir bis auf Weiteres die Aufnahmegebühren in dieselbe auf die Hälfte (9 fr.—.21/2 Sgr.) herabsetzen, und bitten umsomehr unsere gesch. Eollegen hiefür thätig sein zu wollen. DieRedaktion. Verantwortlicher Redakteur: Z. Kling e»st«i» i» Odernheim in Rheinhesscn; Selbstverlags der Redaktion. Für den Buchhandel: t» Lommiffion bei <£. 8. Frttzsch« i» Leipzig. — Druck von I. Gottslebrn in.Mainz-