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Joseph · 1879-10-30 · 20 (30.10.1879) · p. Seite 318

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Joseph
Volume
1 (1879)
Issue
20 (30.10.1879)
Date
1879-10-30
Page
Seite 318 (sequence 12)
Language
German
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/ >—S 318 Gage «ach sollen nämlich in den Gegenden Oesterreichs schon zur Zeit des jüdischen Richter- und Köngithums Juden gewohnt haben und vo« eigenen Fürsten beherrscht worden sein. Aufgefundeue Grabstätten und Grabsteine sollen dies erwiesen haben. Es ist jedoch sicher, daß dir Juden seit 700 Iahreu in Wien wohnen. Kaiser Friedrich l. erlaubte dem Markgrafen Heinrich in der berühmten Urkunde, worin er ihn im Jahre N5S zum Herzoge und seine Grafschaft Oesterreich zn einem freien Herzogthume erhoben hatte, in seinem Lande, wie der Kaiser im Reiche, die Iuden zu halten, ihr Beschützer und Richter zu sein. Ihr geduldeter, aber dafür besteuerter Aufenthalt und ihr Handel wird als herzogliches Kammergesüll betrachtet. Sie wurden als Kammerknechte gehalten und zu den Diensten des Fürste» verwendet. Sie hatten außer der.tiefsten Unterwürfigkeit gegen den Fürsten und seinen Hofstaat, alle strten von Lieferungen zu leisten. Sie mußten für sie Bettsedern, Pergamente für seine Kanzleien herbeischaffen, Fuhrwerke besorgen; Silber. Gold und Münzen erhandeln, diese bei der Kammer auswechseln; Mauthen und Gefälle in Pacht nehmen und dafür gewisse bestimmte Steuern entrichten. Sie hatten aber auch bei dem geringsten vergehen zn erwarten, daß sie ihres Vermögens verlustig und aus dem Land« gejagt wurden. Für alle die obenerwähnten Geschäfte genossen sie nun den Schutz ihres Leibes, Gutes und Handels. Unter Friedrich I. Nachfolgern, den Herzoge» von Babenberg, wurden die Juden wohlgehalten. Eie hatten ihren Tempel neben dem Fürstenhose in Klosterneuburg. Rach den Trümmern und Ueberbleibseln zu schließen, war dieser Tempel großartig angelegt. In Wien mochten die Juden ihre ersten Wohnsitze au der Wasserstraße aus dem damaligen Stapelplatz« aufgeschlageu haben. Aus de« ältesten Todtenacker in der Roßau fand «an prächtige, sehr alte Grabsteine. Unter Herzog Friedrich de« Streitbaren Hobe« die Juden, die er vermutlich als-Werkzeuge gebraucht haben soll, um die ihm abgeneigten Bürger in Wien im Zaum zu halten, ihr Haupt bedeutend empor. Laut riese« dagegeu die Bürger i» Wien de« Kaiser um Hülse an. die er ihueu auch, nachdem der Herzog Wege« der drohende« Gefahr im April liS? 7

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