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Joseph · 1879-10-30 · 20 (30.10.1879) · p. Seite 316

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Joseph
Volume
1 (1879)
Issue
20 (30.10.1879)
Date
1879-10-30
Page
Seite 316 (sequence 10)
Language
German
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Sl4 .Ihr habt wahr geredet', fielen mehrere Stimmen ein, und jene Männer, an welche obige Worte besonder» gerichtet waren, reichten dem Sprecher freundlich die Hand und sagten sich entschuldigend: .Nicht» für ungut. Herr Schulze, haben » ja nicht bö» gemeint.' .Weih wohl, weiß wohl,' entgegnete freundlich lächelnd Herr Walter, .aber Achtung vor meinen Juden!' In diesem Augenblicke drängle sich Mutter Walter, die von Unruhe und Besorgniß gequält, ihr Hau» verlassen, heran. Tie Zähren de» bedrückenden Lummer» hatten sich in Zähren der innigsten Freude verwandelt. Schluchzend fiel sie erst dem Alten, dann ihrem Gotthold nm den Hal»: dann auch dem braven Ta vid und drückte warm und innig die Hand de» alten Abrahamsohn. Tie Fremden entfernten Hch allmählig einer nach dem andern, doppelt befriedigt in ihrem Herzen. Nachdem die Aufregung de» Gemüth» der ruhigen Ueber legnng gewichen war, meinte Gotthold: .Wohl bin ich auf der einen Seite der Schulden ledig ge worden: nun aber sehe ich mich wiederum auf der andern Seite verpflichtet und weiß vor der Hand nicht, wie mich der neuen Schuld, entledigen.' »Guter Gotthold,' entgegnete David in liebreichem Ton, .ist auch vor der Hand nicht näthig; mache dir de»halb nicht die geringste Sorge. Tie Glücksumstände haben mich, wie ich dir später einmal erzählen werde, zum reichen Manne gemacht, daß ich die vorgestreckte Summe leicht entbehre« kann. Trotzdem wäre e« mir nicht möglich geworden, dir heute beizustehen, wenn nicht mein Freund hier mir seine Lasse zu Gebote gestellt hätte.' Tiesgerührt reichte Gotthold Beiden die Hand und sagte: .Ter mir so hochherzig erwiesenen Liebe werde ich stet» mit innigstem Tank mich erinnern. E» wird mir nun. wie ich hoffe, auch nicht gllzuschwer werden, die Schuld abzutragen. da ,ch mich von peinigenden Gläubigern befreit sehe.' Ta Gotthold eben mit seinen glücklichen Eltern Blicke der Freud« und innern Seligkeit au»tauschte, flüsterte Abrahacksohn David einige Wvrle zu. worauf Letztster sich an Gotthold wendend, sagt«: »Höre, mein Freund, da du doch wieder einige» Betrieb»rapital bedarfst, so wirst du auch einen Borschuß nicht zurückweisen;!

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