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Herzl-Bund-Blätter · 1917-04-01 · 35 (Apri 1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
35 (Apri 1917)
Date
1917-04-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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407 Fritz Michel Wieder kommt aus dem Felde zu uns die traurige Kunde; Fritz Michel, der Bruder unseres lieben Franz, der schon seit zwei Jahren gefangen in Sibirien sitzt, ist ein Opfer dieser Weltkatastrophe geworden. Und wenn er auch nicht mehr unserem Kreise angehört, ein eifriger Kämpfer für unser Ideal ist wieder dahingerafft. Ein gutes Stück Weges sind wir zusammengegangen, seine schon früh in Stettin betätigte Arbeitskraft hatte Fritz Michel voll und ganz in den Dienst des H.-C. Berlin gestellt. Zurzeit der Jugendbundkämpfe und im Anfang der Entwickelung des H.-C. hatte er mit seiner Rednergabe und seiner jugendlichen Unentwegtheit manchen guten Dienst geleistet. Als wir dann in das Fahrwasser unserer heutigen Entwickelung steuerten und den engeren Zusammenschluß der Bundesbrüder forderten, mußten wir uns trennen. Er wandte sich nun ganz der jüdischen Tumbewegung zu, der er wohl viel geholfen hat und für die er noch mehr hätte arbeiten können in der kommenden Zeit des Friedens, wenn es das Schicksal ihm vergönnt hätte. Es sollte nicht sein. Wieder ist unserer Bewegung eine Persönlichkeit entrissen. Manchen hat seine rauhe Schale abgestoßen, aber wer ihn näher kannte, wußte auch von seinem guten Kern und von seinerglühenden Begeisterung für Zion. Sein Name wird eingeschrieben sein in die Oeschichte unserer jungen Bewegung, und wir werden an ihn denken in den Tagen des Gedenkens. A. F. Rudi Danziger. Aus dem fernen, kalten Polen hat er heimgefunden und nun ruht das, was sterblich an ihm war auf dem alten Judenfriedhof in Breslau in der Lohcstraße. Auf dem alten Friedhof, auf dem so viele vom Leben ausruhen, auf dem auch Ferdinand Lassalle seine letzte Stätte gefunden hat und der, wenn alles wieder grünt, ein großer schöner Oarten ist. Im März vor zwei Jahren hat es ihn getroffen und wir, die ihn gekannt und geliebt haben, sehnen uns nach ihm, dem lebensfrohen Sonnenmenschen. O. J.

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