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Herzl-Bund-Blätter · 1916-12-01 · 34 (Dezember 1916) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1916
Issue
34 (Dezember 1916)
Date
1916-12-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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.*70 Arbeitsberichte. Berlin. Hei Beginn unserer Sommerarheit sahen wir uns vor vsr* schiedene technische Schwierigkeiten gestellt. Wir beschlossen daher - einem schon oft in unserem Kreise erörterten Gedanken folgend, der in unserm Halberstädter-Oub bereits auch praktisch erprobt war uns mit allgemeiner Literatur zu beschäftigen. Es konnte uns hierbei nicht darauf ankommen, in Form irgendeines Lesekränzcherfs etwa, bestimmte Werke mit verteilten Rollen zu lesen und so weiter nur um sie gelesen zu haben unu darüber reden zu können, weil dies zur allgemeinen Bildung gehört. Vielmehr waren wir uns von vornherein absolut klar darüber, daß wenn solche Abende einen Wert haben sollten, dieser nur auf der erzieherischen Seite liegen kann. Es kam darauf an, Werke zu lesen, um aus ihnen die menschlichen Werte, die Tatsachen, die uns persönlich als junge Menschen und junge Juden angingen, herauszuarbeiten und uns klar zu machen. Wir wählten Ibsens üesellschaftsdramen. Bis zu einem vorher festgesetzten Abend muhte jeder das betreffende Stück gelesen haben. Es bot sich nun für uns die Aufgabe, aus den Ansichten der Einzelneu und aus dem, was ein jeder für den Hauptwerl des Stückes hielt (diese Frage wurde im Laufe der Diskussion immer gestellt), das was Ibsen zeigen wollte und was für uns wesentlich war, zu erkennen. So lernten wir aus Noras Entschluß den Mut eigenen selbständigen Handelns, aus Alwings Tun, daß sittliche Urteile nicht nach herkömmlichen Werten, sondern absolut zu fällen sind. In Oswalds Schicksal sahen wir das alte Bibelwort von der Schuld der VSIer, die sich an den Kindern rächt, bewahrheitet. Hjalmar Ekdals l eben und Dr. Rellings Ansichten zwangen uns, auch unseren Idealismus auf seine Wahrheit und Unbedingtheit zu prüfen, des Pastors Rosner Denken und Leben gab uns das Bild eines höheren Typus Mensch. In ähnlicher Weise wurden die anderen Dramen behandelt. Mit kur/en Worten wurde /ii Beginn des Abends auf Entstehung des Werkes eingegangen und biographische Anmerkungen gemacht. Wir glauben mit diesen Ibsenaheuden, die einige von uns den Winter über wohl fortsetzen werden, manches erreicht, sicher aber vieles angeregt zu haben. Am 26. Juli fand unsere Her/Ifeier statt, zu der wir, da die Berliuei Zionistische Vereinigung keine Herzlfeier veranstaltete, gemeinsam mit dem Kartell Jüdischer Verbindungen Einladungen verschickt hatten. Fast 150 Oesinnungsgenossen waren unsere Oäste. In überaus feiner Weise stellte Herr Rubaschoff

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