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Herzl-Bund-Blätter · 1916-12-01 · 34 (Dezember 1916) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1916
Issue
34 (Dezember 1916)
Date
1916-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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339 Lrst viel spater fand ich eine judisirjje Familie im Dürfe. Hei Lobe, dem Schmied, habe ich dann meine Freitagabende verlebt. War ihnen allen und sie mir vom ersten Augenblick an vertraut.!>>rt fühlte ich mich geborgen, Lim seltsames Wehen von geheimnisvollen Kräften eint uns Juden, führt den Einzelneq zu seinem Volke. Eine harmonische Wechselwirkung von altüberlieferten Gebräuchen und tiefinnerlichem (ilauben, eine innige Vermählung von wutfdergiiubigeni Mythos und kristallklarer Vernunft; die Vereinigung von Individualismus und dem Streben nach Gemeinschaft. Das i>t unser Judentum. — Immer und immer wieder im Kampfe stehend gegen das Fremde und gegen Kleinmut und Verzagtheit in den eigenen Reihen hat diese Synthese unseres Judentums ihre Kraft behalten bis in unsere Zeit. Von Moses an hat unser Volk immer wieder die großen Männer gehabt, die es, die Not der Zeit erkennend, wieder auf den rechten Wey geführt haben. Chanuka, Zeit der Heldeiikampfc der Makkahaci. Ein Häuflein von Getreuen, das in selbstvergessendem Ansturm mutig anrennt gegen den übermächtigen Feind und Sieker bleiht. Ein uralter Heldensang aus der Geschichte unseres Volkes, der zu uns heraufklingt und uns mit Freude und Kraft erfüllt. Wieder stehen wir in einer Zeit schwerer Kämpfe. Das alte (leset/ der Uebcrlieferung vom Vater auf den Sohn, durch Hunderte von Geschlechtern wirksam, ist durchbrochen worden. Die Zeit, die auf die Judeneman/ipation folgte, hat uns von unserem Fundament losen wollen. Wir haben zurückgefunden. Der Wille /um Judentum hat unserem Leben jüdischen Inhalt gegeben. Uns ist das Judentum unser Menschentum. Das Aufsteigen der Menschheit geschieht durch die Entwicklung der Völker eines Volkes. Das Aufsteigen eines Volkes durch das Besserwerden des Einzelindividiums. Au unserem eigenen Ich müssen wir arbeiten. Uns strebend bemühen, aus uns einen starken und wahrhaften Menschen /u machen. Alle Erziehung ist Selbsterziehung. Immer reicher an Erkenntnis wollen wir werden. Eine eigene Lebensanschauung wollen wir uns erobern, in der jedes Urteil selbst erarbeitet ist. Und diese unsere Entwicklung soll sich aufbauen auf der altjüdischeu Grundlage, der Vereinigung von Kraft und Geist.

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