Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1916
- Issue
- 34 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Zum Geleit. Von Cieorg Israel. Alles Tun und Denken in dieser schweren Kriegszeit ist Stückwerk. Alles was hier gesagt wurde und auch heut gesagt wird, kann nichts Endgültiges über unsere Friedensarbeit festlegen. So mancher Gedanke kann nur angedeutet, so manches (iehiet nur gestreift werden. Wer von uns vermag denn zu sagen, wie die Zeit nach dem Kriege wirklich aussehen wird, vor welch' neue Probleme uns der Frieden stellen wird? Auf uns allen lastet der Krieg in seiner ganzen Schwere. Glücklich der, dem nach /wei Jahren Krieg noch oder wieder das alte Leben in der Heimat beschieden ist. Wer kann skh's denn vorstellen und der, der's mitgemacht, vergißt es nur eil gern, in welcher Stimmung und Umgebung unsere Blätter euch erreichen. Der liest sie im Erdloch beim Lichtstumpf, jener steht im Graben, freut sich der Sonne und der Ruhe, die ihm gerad' der Feind läßt und liest die so sehnsüchtig Erwarteten aus der Heimat, da singt's und heult's durch die Lüfte. Feindliche Angriffe bringen neue Anspannung, neuen Kampf. Aus ist es mit dem Genuß und erst viel später kann er wieder nach ihnen greifen. Harter Kampf und schwere Arbeit fordern ihr Recht von Korper und Geist, verschließen den Mund derer, die uns so vieles KU sagen hätten. Dieser Krieg, der uns allen so unerwartet kam, hat so manchen aus seiner Bahn geschleudert, sich schwer auf seine Seele gelegt. Festverwurzeltet hat er umgeworfen, Unmenschliches uns erleben lassen, uns allen viel Leid gebracht Und noch so viel Kleines und doch Schweres bedrückt und läßt uns nicht zu uns selber kommen. — Da lernt man sich des Wenigen freuen,