Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1916
- Issue
- 33 (August 1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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317 Heinrich Dülken. Mit Heinrich Dülken sinkt eine große Hoffnung ins Grab. Nicht zu den Stürmern gehörte er, Reden auf VoHcsVersammlungen, öffentliches Hervortreten war nicht seine Sache. In stiller, ernster und gewissenhafter Arbeit für das zionistische Ideal fand er seine Befriedigung. Stets zu Rat und Tat, immer wieder zu finanzieller Beihilfe gern bereit, so wurde er in allen Vorständen der national-jüdischen Vereine' gern gesehen. Lange Jahre hat Dülken im Vorstande des Rheinisch-Westfälischen Gruppenverbandes eifrig für die Ausbreitung unserer Ziele gearbeitet, die Gründung des Herzl-Club wurde unter seiner tätigen Mitarbeit beschlossen. Ob es sich um Turnverein oder Wanderbund handelte, immer war er es, dem führende Stellen anvertraut wurden, die er mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit und Treue verwaltete. Auch im neutralen Jugendverein hat er lange Zeit im Vorstande mitgearbeiett und auch dort wird man ihm, wenn er auch mit den andern Gesinnungsgenossen aus dem Verein ausschied, ein ehrendes Andenken bewahren. Denn seine Gerechtigkeit und sein Wahrheitssinn konnten ihm überall Freunde verschaffen. Als Sohn frommer Eltern hat er stets einen tiefgläubigen Sinn bewahrt und zu diesem seinem wahrhaften Gortesglauben trat die große Liebe zu unserem Volk, die ihn veranlagte, der zionistischen Partei ein treuer Anhänger zu sein. Wohl niemand, der ihn um Zuwendung für unsere Sache gebeten, ist jemals ohne Beihilfe von dannen gegangen, ein glänzendes Zeichen für sein echt jüdisches Herz. Uns — der jüdischen Jugend — war er ein hervorragendes Beispiel für das Judentum, wie wir es erstreben, tiefen Glauben an unserer Väter Gott und die Hoffnung auf baldige Schaffung einer neuen Heimat für unsere armen und verachteten Brüder drüben im altneuen Lande. Geben wir uns jetzt der Trauer um Heinrich Dülken hin Was wir an ihm verloren haben, das wird uns erst die Zukunft ganz kundtun, wenn uns sein Rat und seine Hilfe fehlen, in einer Zeit, wo jeder echte Jude so dringend nötig sein wird. Diejenigen aber, die dereinst nach dem Frieden heimkehren, sie werden das Andenken dieses prächtigen Menschen ehren, durch doppelte hingebungsvolle Arbeit für unsere Ideale und die Zukunft des jüdischen Volkes. E. W. K.